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Blogs, soziale Netzwerke, Cloud-Computing…

3. April 2012 Ute

Der Elchverleiher (bei: twitter, identi.ca) hat mich beworfen, dankeschön! :) Geworfen hat er mit Fragen, früher hieß sowas Blogstöckchen. Beim Stöbern fand ich heraus, dass die meisten, die ich so lese, wohl schon gefragt wurde, wobei mir jetzt nirgends eine vollständige Liste der Beiträge begegnete.  Meine Antworten zu Elchverleihers Fragen:

1. Welche Relevanz werden Blogs in zehn Jahren haben – wird überhaupt noch jemand mitlesen?
Ob es Blogs sind oder etwas ähnliches, das wird sich zeigen. Aber irgendetwas in der Art wird es aus meiner Sicht geben. Die Zeiten in denen mensch einen Brief an die Zeitung schreibt, der vielleicht in Teilen veröffentlicht wird, sind vorbei. Viele genießen heute sich jederzeit auch öffentlich äußern zu können. Ob es eher Netzwerke sein werden wie google+ oder facebook oder ob es eigene Blogs sein werden, weiß ich nicht. Das Prinzip des selbst veröffentlichen können, das lässt sich meines Erachtens nicht wieder rückgängig machen.

2. Welches sind Deine absoluten Lieblingsblogs?
Das ist unterschiedlich. Je nachdem was mich gerade bewegt, sind es mal eher philosphierende, mal technische, mal politische Blogs. Vor einigen Jahren las ich Blogs im Feedreader, da suchte ich mir explizit die einzelnen Blogs aus. Inzwischen lese ich eher was mir bei denen begegnet, mit denen ich vernetzt bin. Ich nutze identi.ca und twitter, zuweilen auch facebook und google+ und wen ich da lese, deren Lesetipps folge ich dann. Inzwischen habe ich weniger Lieblingsblogs als Lieblingspersonen, deren Lesetipps mich interessieren. Mal ist es ein Blogbeitrag, mal ein Zeitungsartikel, mal ein längerer Beitrag, z.B. bei Google+. Den Feedreader nutze ich fast gar nicht mehr, ich kann nicht den ganzen Tag nur lesen. 😉

3. Dienste wie Twitter & Co. machen eine „Nebenöffentlichkeit“ sichtbar. Wie groß schätzt Du diese Kraft wirklich ein?
Je nachdem worum es geht. Bei netzpolitischen Themen haben die Äußerungen in diesen Diensten schon einige Relevanz. Immer häufiger werden auch von Zeitungen Tweets zitiert. Ein großer Teil der Menschen nutzt inzwischen zumindest ab und zu irgendeinen dieser Dienste, damit steigt die Verbreitung und was dort steht wird wichtiger. Trotzdem denke ich passiert zur Zeit noch vieles nur innerhalb dieser Netzwerke und geht an dem größten Teil der Bevölkerung völlig vorbei. Aber ich denke, die Dienste werden von Jahr zu Jahr wichtiger, es nehmen mehr Menschen daran teil und wer etwas veröffentlichen will, kann sich immer weniger auf die klassischen Printmedien verlassen.

4. Wie groß siehst Du die Gefahr einer Instrumentalisierung der sozialen Netze?
Die Gefahr halte ich für sehr gering. Ich glaube diejenigen, die das befürchten wissen meist wenig über die sozialen Netze. Sie halten “die Netzgemeinde” für eine Einheit, aber das ist sie nicht. Im Netz gibt es viele Meinungen und einen vielfältigen Umgang mit dem Netz selbst. Leicht instrumentalisieren ließe sich eine Einheit, aber nicht das Netz, das wir heute haben.

5. Welche Chancen siehst Du im Cloud-Computing – nutzt Du diese Dienste bereits und wie wird die Entwicklung langfristig aussehen?
Ich denke vieles wird sich in diese Richtung entwickeln. Wir werden immer seltener nur einen Rechner, mit seinen installierten Programmen und unseren Daten an dieser einen Stelle haben. Schon jetzt nutzen viele gern vernetzte Dienste, sei es ein Dokument eher in Google-Docs oder einem Etherpad zu schreiben, sei es die eigenen Adress- und Notizbücher an mehreren Stellen haben zu wollen. Immer mehr Dienste bieten Möglichkeiten etwas online zu machen, was noch vor nicht allzu langer Zeit nur mit einer speziellen Software auf dem eigenen Rechner möglich war. Je mehr wir online sind, desto wichtiger wird es, nicht auf den eigenen Rechner am Schreibtisch angewiesen zu sein. Das gilt sowohl privat als auch beruflich.

Bei vielen Diensten bin ich eher skeptisch, falls es sich nicht um Daten handelt, die ich nicht sowieso veröffentlichen will. Ich überlege mir recht genau, welche Daten ich irgendeinem Dienst anvertraue. Beispielsweise blogge ich lieber auf einem selbst-gehosteten Blog, als bei irgendeinem Anbieter. 😉 Was ich jedoch mag, ist möglichst vieles so abzulegen, dass ich es übers Web erreichen kann und nicht am heimischen Rechner sein muss. Ganz grundsätzlich halte ich Cloud-Computing für die Zukunft und es wird vermehrt eingesetzt werden.

Mag jemand Fragen beantworten?

Wie oben schon erwähnt, scheinen die meisten Blogger, die ich lese, schon teilgenommen zu haben, deshalb:

Ich freue mich über, wenn genau du antwortest! :)

  1. Bist du manchmal von allen sozialen Netzwerken genervt?
  2. Liest du Blogs noch im Feedreader?
  3. Hast du selbst mehrere Blogs (thematisch getrennt) oder je überlegt mehrere Blogs zu haben?
  4. Wieviele verschiedene soziale Netzwerke nutzt du selbst? (identica, twitter, facebook, google+, xing…)
  5. Was würdest du vor allem vermissen, wenn es keine sozialen Netzwerke gäbe?

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 3. April 2012 um 20:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter nachdenkliches, mit dem Kurzlink
http://www.utele.eu/blog/?p=4689 abgelegt.

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7 Reaktionen zu “Blogs, soziale Netzwerke, Cloud-Computing…”

  1. waki sagt:

    1. Ich bin nie wegen Sozialer Netzwerke genervt. Sie sind wie Treffpunkte im Real Life, wie eine eine Kneipe, ein Straßencafé oder eine zufällige Begegnung auf einem öffentlichen Platz. Wenn ich keine Lust habe, mit Leuten zu reden, gehe ich einfach wieder.
    2. Nein, ich lese, was ich zufällig bei Twitter oder auf Facebook entdecke.
    3. Ein Blog reicht mir – ich kann da alles sagen, was mich bewegt.
    4. Ich nutze Twitter und Facebook. Ich möchte niemanden langweilen, indem ich meine gar nicht so wichtigen Posts auf alle Plattformen verteile. Ich freue mich, wenn Reaktionen kommen und habe nicht die Zeit fürs Social Media Hopping. Mit Google + bin ich nie warm geworden und Xing interessiert mich am aller wenigsten.
    5. Ich würde den Austausch und die Debatten vermissen. Manchmal ist das Plaudern sehr geistreich und witzig und manchmal geht es auch tiefer. Social Media sind wie ein Espresso zwischendurch. Das würde mir fehlen.

  2. Ute sagt:

    @waki dankeschön, interessante Antworten.

    Die Idee mit dem Espresso zwischendurch gefällt mir besonders gut. :)

  3. Das weitergereichte Stöckchen…

    bewirkt lesenswerte Antworten….

  4. Ute sagt:

    Im Kommentar Nr.3 schrieb elchkurier:
    “Das weitergereichte Stöckchen…
    bewirkt lesenswerte Antworten…. ”

    Aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund erscheint der Kommentartext jedoch nicht…

  5. H. Meier sagt:

    Meiner Meinung nach sind seit Auftreten der Sozialen Netzwerke Menschen sehr kontaktunfreudig geworden. Wenn man im Cafe sitzt oder im Bus… Jeder hat ein Handy in der Hand.. und kommuniziert mit irgendwelchen virtuellen Freunden… Aber wenn es hart auf hart kommt im Leben, dann sind nur die Menschen da, die man auch tatsächlich persönlich kennt. Geschäftliche Kontakte im Internet sind super, aber private kann man in die Tonne werfen.
    H. Meiern,
    http://www.wontox.com

  6. Daniel sagt:

    Die technische Entwicklung wird sich zügig weiter entwickeln. Ob es Blogs in 10 Jahren noch geben wird ist schwer zu beantworten. Ich denke es wird weiterhin eine Form geben in denen Privatpersonen über Themen schreiben ob es Blogs sind oder eine andere Form, ist schwer vorherzusagen.

    Man sieht die Veränderung gut bei den “Plauderplattformen” Chats die sich zum größten Teil durch die sozialen Netzwerke abgelöst wurden.

  7. Ute sagt:

    @Daniel ich sehe es ähnlich, Blogs direkt werden es vielleicht nicht sein, aber etwas in der Art sicherlich schon.

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