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Kann eine frühere NPD-Mitgliedschaft eine Jugendsünde sein?

29. Februar 2012 Ute

Kann eine frühere NPD-Mitgliedschaft eine Jugendsünde sein?

Ja, es kann sein, dass jemand sich in früher Jugend völlig verrennt und daraus dann lernt. Aber ich halte das für eine sehr seltene Ausnahme. Den Begriff Jugendsünde würde ich daher lieber nicht verwenden.

Viel häufiger denke ich, es gibt eine Tendenz lieber auf andere zu schimpfen, die Schuld bei anderen zu suchen, sich selbst aber für den Nabel der Welt zu halten und lauten Parolen, ohne genauer hinzusehen, zu folgen.

Bei den meisten Personen halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass nach einer NPD-Mitgliedschaft anschließend ein völliges Umdenken möglich ist.

Ich bin jedoch dagegen, ausschließlich auf Grund einer früheren NPD-Mitgliedschaft jemand nicht aufzunehmen. Allerdings wünsche ich mir, dass die jeweilige Gliederung bei ehemaligen NPD-Mitgliedern sehr genau hinsieht, ob sie unsere Ziele haben.

…na, dann frag doch:

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Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 29. Februar 2012 um 09:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter politik, mit dem Kurzlink
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3 Reaktionen zu “Kann eine frühere NPD-Mitgliedschaft eine Jugendsünde sein?”

  1. Werner sagt:

    hmmm…

    beim 40-ten Abi-Klassentreffen fragte ich K., was mich schon 40 Jahre beschäftigt hatte: Wieso warst Du damals erst bei der NPD, danach bei den Ganz-Roten (und wo bist Du heute)?

    seine Antwort war: mein Vater war und blieb ein alter Nazi, und der nahm mich schon als Kind zu seinen Treffen mit; und verlangte von mir, dass ich mich auch aktiv beteilige. Als ich dann alt genug war aufzumucken, schlug mein Pendel dann extrem in die andere Richtung aus (die 60-ger Jahre halt). Heute können sie mir alle gestohlen bleiben und ich interessiere mich nicht mehr für Politik (er hat genug andere Probleme, denk ich, habe aber trotzddem vor, ihn demnächst mal auf die Piraten anzusprechen… hehe! :)

    p.s.: ich verstehe übrigens auch Grass (und würde ihn verteidigen wollen), der bekanntlich ja als Junge zur SS kam (einberufen wurde); gegen Kriegsende wurden manche nämlich auch zur SS einberufen, gingen nicht als Freiwillige dorthin, wie es vorher Brauch war. (hab über derartige Themen viel gelesen, in amerikanischen Uni-Bibliotheken)

  2. Ute sagt:

    @Werner Klar, wer sich überhaupt mal für Politik interessierte, kann auch potenziell Interesse an den Piraten haben.

    Nach dem, was ich über Grass weiß, stört mich, dass er sich viele Jahrzehnte sehr kritisch gegenüber Politikern äußerte. Seine eigene Vergangenheit machte er jedoch erst viel später öffentlich. Das passt für mich nicht zusammen.

  3. Werner sagt:

    ganz unkritisch sehe ich das natürlich auch nicht. ich nehme auch an, dass Du mehr (oder zumindest “anderes”) über Grass weisst als ich. Ich habe deshalb auch keine ENDGÜLTIGE, feste eigene Meinung zu den kausalen Zusammenhängen in GGs Leben (über die mehr zu lernen ich noch nicht aufgegeben habe, halte immer Ausschau nach einer seiner Lesungen, um ihn direkt zu fragen, ohne Aggressivität… glaube aber nicht, dass er gewillt wäre zu einer öffentlichen Äusserung, denn als gebranntes Kind… aber vielleicht “unter 4 Augen” und “not for the record” … ?!?)

    re “Nach dem, was ich über Grass weiß, stört mich, dass er sich viele Jahrzehnte sehr kritisch gegenüber Politikern äußerte. Seine eigene Vergangenheit machte er jedoch erst viel später öffentlich. Das passt für mich nicht zusammen.”

    Du denkst “Glashaus und Steine”, und das versteh ich schon; aber ich sehe hier doch einen Riesenunterschied zwischen dem “Glashaus des Polikers” (der repräsentative Macht sucht und Gesellschaftsnormen beeinflussen und bestimmen will) und dem des Schriftstellers, dessen Werk ich als eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit und Jugend ansah, und seiner Beobachtung der Gesellschaftsform(en), in der er lebt… <==meine Verteidigung.

    Als GG sich immer mehr in der Rolle des hochgelobten und beachteten Kulturikone verstand, hat er wohl erkannt (oder es wurde ihm naheglegt), dass sein Glashaus dem der politischen und ökonomischen Führungsklasse immer ähnlicher wurde, und hat sich öffentlich über Aspekte seines Lebens geäussert, die "unbewältigt" waren — was ihm wohl verständlicherweise nicht einfach gemacht wurde oder fiel…

    Ich verstehe uns Piraten auch als "Freigeister," die Politik kritisieren und Politiker in-Frage-stellen wollen, ohne dass wir uns bewusst sind (besonders die älteren unter uns), dass die jüngeren berechtigterweise irgendwann mal fragen wollen und werden: und was dachtet und machtet ihr in den Jahrzehnten vor dem Beginn des 21. Jahrhundert? vielleicht unterhalten wir uns mal über die 68.ger Generation, Love-Drugs-and-RocknRoll, etc, und wie sich wohl die Computerspiele-Generation in 40 Jahren vor ihren Enkeln erklären werden (und müssen), Versäumnisse und falsche Entscheidungen und gesellschaftliche Zwänge. Im letzten Kriegsjahr zur SS einberufen und tätowiert zum Kanonenfutter zu werden geschah sicherlich unter weniger Informations- und Entscheidungsfreiheit.

    Judge not, for you will be judged !

    Ahoi!

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