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Konstanz: Wohnungsprobleme und leer stehende Gebäude – Teil III

22. September 2015 Ute

Es begann mit Leerstand, es folgte eine Sanierung in mehreren Gebäuden der Bundesimmobilie. Einzug zum 01. Februar 2013, das ist inzwischen ja auch schon wieder einige Zeit her. Zunächst sah es so aus, als sei wohl alles so ziemlich fertig, denn die Mieter zogen ja ein.

Vieles war jedoch offenbar noch nicht fertig, der letzte Bauzaun, der vor manchen Wohnungen von innen wie ein Gefängnis ausgesehen haben muss, dessen letzte Teile wurden erst im September 2013 abtransportiert. Auch das war noch nicht der Abschluss, denn immer wieder kamen Baufahrzeuge, gab es ein Gerüst, wurde ein Vordach noch eingebaut usw. Zuletzt gab es noch im Januar 2015 Abschlussarbeiten, glaube ich jedenfalls, denn Reparaturen waren es nach weniger als zwei Jahren hoffentlich nicht.

Bezahlbarer Wohnraum

2009 hatte Konstanz zu wenig bezahlbaren Wohnraum. 2015 hat Konstanz zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Das galt schon bevor in den letzten Wochen eine größere Anzahl Geflüchteter auch in Konstanz ankam und ganz sicher in weiterer Zukunft noch ankommen wird. Es wird gebaut, viele grüne Ecken sind verschwunden oder zumindest deutlich kleiner geworden. Aber es reicht irgendwie nicht.

Zweckentfremdungsverbot

Inzwischen gibt es ein Zweckentfremdungsverbot, Wohnungen sollen als Wohnungen genutzt werden und möglichst nicht gewerblich oder als Ferienwohnungen. Nun gut, einerseits klingt das nachvollziehbar, wären da nicht andererseits Neubauten von Gewerberäumen, die teils leer stehen und aus dem Boden sprießende neue Hotels. Also will man auch als Urlauber nicht die Familien, die sich selbst bekochen, sondern vor allem die, die sich auch teure Hotels leisten können.

Konstanz kann nun mal kaum wachsen, denn See und die Grenze zur Schweiz beschänken weite Teile der Stadt. Ein Neubau nach dem anderen ohne eine Entspannung der Wohnsituation, sieht aber auch nicht nach einer Lösung aus.

Leerstand verhindern

Eine gute Idee ist das Konzept mit dem Wohnraumvorschlag: “Konstanzer Wohnungseigentümer stellen der Stadt ihre leer stehende Wohnung zur Verfügung, die einen Zuschuss zur Wohnraumförderung garantiert und befristete Mietausfallgarantie gewährt. Die Miete entspricht den sozialhilferechtlichen Grenzen.

Aber was nützt eine gute Idee, wenn ich erst beim intensiveren Recherchieren nach Leerständen erst darauf stoße. Wenn niemand weiß, dass es ein Konzept gibt, was Vermieter, Stadt und den Menschen nutzen kann, dann wird auch niemand eine E-Mail an die Stadt schreiben und um Beratung bitten.

Also bald alles gut?

Nein, ich glaube alle Maßnahmen, Neubauten und Verbote bringen wenig. Konstanz ist wunderschön. Konstanz lebt vom Tourismus. Dazu gehören Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten. Damit wird Konstanz immer auch einen hohen Anteil an Menschen haben, die nicht Topverdiener sind und sich das Häuschen am See leisten können. Zwei Hochschulen und ein Anteil an Studierenden erfordern ebenfalls einen gewissen Anteil an Wohnraum, der mit BaföG und jobben bezahlbar ist.

Wenn nur der Markt die Preise in Konstanz macht, dann wird es nie genug passenden Wohnraum geben. Denn dann gibt es weiter viele Hotels, aber deren Mitarbeiter können hier nicht wohnen. Dann gibt es weiter viele sehr schicke Ecken mit Seeblick oder in Seenähe, die nur für manche bezahlbar sind.

Alles nach und nach zubauen mit Wohnklötzen kann es jedoch auch nicht sein.

Ich möchte eine Stadt, die eine bunte Mischung von Menschen aus verschiedenen Einkommensverhältnissen hat. Das geht aber nur, wenn Wohnraumpreise nicht überwiegend vom Markt bestimmt werden.

Ach, und übrigens, falls jemand meint die neuen Mitbürger aus aller Herren Länder seien ein Problem: Nein, das sind sie nicht. Es wird damit nur deutlicher, was die ganze Zeit schon nicht passt.

Ich wünsche mir eine Politik, die sich Konstanz mal als Ganzes anschaut und überlegt, was, wie gehen kann. Zu oft ist der Blick meines Erachtens nur beim Projekt XY, über das gerade abgestimmt wird, und ob das vielleicht gut oder schlecht ist.

 

 

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 22. September 2015 um 09:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter politik, mit dem Kurzlink
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