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Bloggen für Suchmaschinen oder für Menschen

31. August 2008 Ute

Im Artikel zum Kommentarspam ergaben sich durch die Kommentare bei mir einige weitere Gedankengänge. Da es ein bisschen lang für einen Kommentar ist, gibt’s das als eigenen Beitrag. Es ging darum, dass es unhöflich ist nicht mit seinem Namen zu kommentieren.

Das Netz ist von Menschen gemacht

Meines Erachtens scheinen im Netz auch einige, die nicht spammen nicht so ganz verstanden zu haben, dass auch im Netz andere Menschen unterwegs sind. Es fällt mir immer wieder auf, dass manche sich im Netz ganz anders verhalten, als sie es im Alltag tun würden. Der Stil und der Ton in einigen Foren und auf manchen Webseiten ist zuweilen weder höflich noch freundlich, sondern ganz oft mit einer Anspruchshaltung an andere, die ich mir im Alltag nicht vorstellen kann.

Frank, der viele Plugins für WordPress entwickelt schrieb vor kurzem auch einen Beitrag, in dem er auf das Verhalten mancher Besucher einging.  Ich schrieb da schon in einem Kommentar, dass ich zuweilen beim Lesen, seine guten Nerven bewundert habe.

Ich glaube nicht, dass sich ähnlich viele, wie im Netz im Alltag verhalten, ein Beispiel in den Kommentaren dort war: “niemand käme auf die Idee einen Gartenarbeiter zu fragen, ob er mal eben einen zwanzig Meter langen Graben für 20.-€ schaufeln würde“. Im Netz jedoch gibt es jedoch häufig Anfragen, ob nicht mal eben dieses oder jenes umsonst oder eben für wenige Euro gemacht werden kann.

Klar manche wissen nicht, wieviel Zeit im Erstellen einer Webseite, beim Einrichten eines Blogs oder Erstellen eines Plugins vergeht. Hinzu kommt, dass es in diesem Bereich viele gibt, die das eben ganz billig machen. Der Neffe einer Bekannten, der noch Schüler ist, macht einen ganzen Webauftritt für 50.-€. Dass diese Arbeiten qualitativ mit der Arbeit von Profis nicht vergleichbar sind, sehen Kunden häufig nicht. Auf den ersten Blick in ihrem Browser sieht es aus wie eine Webseite, dass erfolgreiche Seiten auch technisch einigen Ansprüchen genügen müssen, ist vielen zunächst nicht klar.

Aber dieses fehlende Wissen erklärt nicht die Art, wie einige sich im Netz verhalten, unfreundlich und mit dem Anspruch, dass _man_ für sie dieses oder jenes tut. Erstaunlich finde ich, dass manche glauben, dass andere Menschen nichts anderes zu tun haben, als für kostenlose Software auch noch individuellen, kostenlosen 24/7-Support anzubieten.

Es gibt auf der Seite der Besucher einige, die weder höflich, noch freundlich sind.

Das Netz sollte für Menschen gemacht sein

Jedoch gibt es auf der Seite der Anbieter von Webangeboten ebenso Menschen, die ihre Angebote keineswegs für Menschen machen. Die sind innerhalb ihres Angebots vielleicht noch höflich und freundlich, aber um ihr Angebot erfolgreich zu machen ist ihnen jedes Mittel recht.

Kathrin schreibt in ihrem Kommentar, es drehe sich noch lange nicht alles um Suchmaschinen, die größten und erfolgreichsten Blogs seien auch ohne zu spammen dahin gekommen, wo sie heute sind.

Tja, ob und wieviel sich um Suchmaschinen dreht hängt meines Erachtens davon ab, was man mit einem Blog erreichen will. Einige hoffen schon, dass sich mit – ab und zu mal irgendeine Nachricht kopieren und zwei, drei Videos –  ein Blog aufsetzen lässt, welches sie durch Werbeeinnahmen reich macht.

Wer dieses Ziel hat, will nur ungefiltert möglichst viele Besucher, die auf irgendeine Werbeeinblendung klicken. Ich denke nicht, dass solche Blogs auf Dauer Erfolg haben, aber es lässt sich eben auch mit Werbeklicks und Spam Geld verdienen.

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen auch mit bloggen Geld zu verdienen, solange der Inhalt stimmt, das habe ich ja auch schon im Beitrag zu Trigami ausgeführt. Ich bin jedoch überzeugt, dass langfristig erfolgreiche Blogs nur von Autoren stammen, die nicht nur deshalb schreiben, weil sie Geld dafür bekommen.

Für mich ist bloggen nicht in erster Linie ein Job, sondern Spaß am Schreiben. Ich schreibe schon immer viel und gerne. Als Teenager in Tagebuchform, später teils in Briefen, teils als Text, manchmal als Vorlage für Referate,  aber auch Dokumentationen, seit einigen Jahren natürlich auch in elektronischer Form, als Mails usw. Deshalb ist für mich bloggen die logische Weiterentwicklung dessen, was ich schon seit Jahren mache.

Bei vielen Blogs  habe ich den Eindruck, dass diejenigen gern schreiben und Spaß am Schreiben selbst haben. So ab und zu begegnen mir jedoch auch Blogs, bei denen ich das Gefühl habe, sie entstehen aus anderen Gründen. Manche weil sie hoffen mit Werbung Geld zu verdienen, andere weil sie sich profilieren wollen. Solche Blogs mag ich nicht und lese ich dann halt einfach nicht.

Was jedoch bleibt sind manche Spammer, die keinerlei Interesse am Bloggen haben, sondern die ausschließlich schnell mit Werbung Geld verdienen wollen, diejenigen spammen in Kommentaren anderen Blogs, mit Kommentaren ohne Inhalt und statt einer Namensangabe gibts dann eben ein Keyword. Ich fürchte manche dieser Blogs verdienen noch immer Geld durch Werbung, denn sonst würde sich das Links sammeln ja nicht lohnen. Dass das klappt, dass sich immer wieder jemand findet, der auf Spam reagiert finde ich schon erstaunlich.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 31. August 2008 um 01:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter nachdenkliches, rundums Web, mit dem Kurzlink
http://www.utele.eu/blog/?p=188 abgelegt.

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4 Reaktionen zu “Bloggen für Suchmaschinen oder für Menschen”

  1. Kathrin sagt:

    Man ist als Kommentator in einem Blog “nur” Gast. Da sollte man schon versuchen, ein Mindestmaß an Höflichkeit und Anstand zu bewahren.
    Du schreibst: “Ich fürchte manche dieser Blogs verdienen noch immer Geld durch Werbung, denn sonst würde sich das Links sammeln ja nicht lohnen.” Das Geldverdienen ist aus meiner Sicht nicht das Problem, es ist zumindest ein positives Zeichen von Eigeninitiative. Das Schlimme daran ist das WIE, die Respektlosigkeit und das “Versteckspiel” hinter einer vermeintlichen Anonymität.
    Von Angesicht zu Angesicht, würde sich keiner dieser Pappnasen Dir als “Billige Konditorei Bochum” vorstellen. Da hiesse es beim Handschlag “Heinrich Mustermann”, maximal mit dem Zusatz “Konditormeister aus Bochum”. Ein Pseudonym wie “Croissant” oder “Törtchen” wäre in diesem Zusammenhang auch noch völlig akzeptabel…;-)

  2. Ute sagt:

    Ich muss meinen Satz nochmal erläutern, das war wohl nicht klar, was genau ich meinte:
    Was mich am Geld verdienen erschreckt, ist, dass offensichtlich selbst bei Spamblogs noch Besucher auf die Werbung klicken. Also selbst, wenn in solchen Blogs kein Inhalt ist, dann gibt es noch jemand, der auf Werbeeinblendungen klickt.
    Das irritiert mich schon immer beim E-Mail-Spam, denn es gäbe diesen Mist nicht, wenn nicht immer wieder jemand eben doch noch irgendwas kaufen würde.

    Nervig finde ich eben auch das _Wie_ und dass es eben trotz allem noch klappt.

    Mir hat sich noch niemand im Alltag mit Törtchen oder so vorgestellt. Aber über diverse Pseudonyme wundere ich mich schon immer z.B. bei eBay, da bekomme ich dann automatische Mails, die z.B. von bluemchen123 oder superman0815 kommen.

    Klar, einfach der Vorname klappt ja bei größeren Anbietern nicht, denn meist ist der schon belegt. Daraus entstehen zwangsläufig Pseudonyme, viele sind im Netz dann unter ihrem Pseudonym besser bekannt als unter ihrem Namen. Gegen solche Pseudonyme spricht auch nichts, denn üblicherweise sind das keine Keywords.

    Zu deinem Hinweis, man ist nur Gast, das ist ein Aspekt. Ich selbst kommentiere in anderen Blogs immer mit meinem Vornamen, immer mit derselben Mailadresse und mit dem jeweils passenden Blog im Eintrag Webseite. Ich schreibe mit meinem Namen auch an vielen anderen Stellen im Netz. Ich habe den Eindruck, dass diejenigen, die es so machen, sehr viel häufiger auch sinnvolles schreiben, als die heute als bluemchen123 und morgen als voegelchen17 unterwegs sind.

    Da ich mir immer überlege, was ich schreibe, habe ich auch keine Angst, was jemand unter meinem Namen im Netz findet. Im deutschsprachigen Raum gibt es noch eine Frau, die so heißt, da habe ich Glück, die schreibt auch keinen Müll und insofern kann man gern nach meinem Namen suchen, es wird immer das sein, was ich auch veröffentlichen wollte. Wie ich damit umgehe, wenn mich etwas ärgert, habe ich in miradlo bloggt unter Ruhig bleiben schon mal beschrieben. Wer sich viel im Netz bewegt muss damit rechnen, dass einiges bekannt ist, bleibt man selbst dabei höflich, gibt’s keinen Grund sich Sorgen zu machen, was andere finden könnten.

  3. Kathrin sagt:

    Du schreibst “[…] bei Spamblogs noch Besucher auf die Werbung klicken. Also selbst, wenn in solchen Blogs kein Inhalt ist, dann gibt es noch jemand, der auf Werbeeinblendungen klickt.”
    Wo keine lesenswerte Inhalte, was bleibt dem Besucher auch übrig, als irgendwo drauf zu klicken? So zu sagen, als Notausgang von der Müllseite und Alternative zum “Zurück-Button”. Habe ich auch des öfteren gehört, dass je “minderwertiger” eine besuchte Seite ist, desto mehr wird auf Werbung geklickt. Also, so etwas wie “Verzweifelungsklicks”…Da wird quasi Müll auch noch mehr finanziell belohnt als vernünftige Inhalte. Keine Ahnung, ob es generell so ist – wenn, dann wäre es erschreckend.

  4. Ute sagt:

    Huch, ok, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, dass es eine Notlösung ist für manche. Du hast natürlich recht, in diesem Fall ist es sehr verständlich, wenn auf die Werbung geklickt wird.

    Die dauerhafte Belohnung befürchte ich eher weniger, denn meist leben diese Seiten nicht sehr lange und werden auch nur einige Zeit gut mittels Suchmaschinen gefunden. Auf Dauer ist es also wohl kaum eine Einnahmequelle, aber immer mal wieder kurzfristig sicherlich schon.

    Daraus folgt, dass es sich auch bereits deshalb lohnt, die Spamlinks zu entfernen, um die eigenen Besucher zu schützen.

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