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Hoster von Webspace: Hostloco, Strato, 1&1 ::: Blogparade

29. Dezember 2007 Ute

Micha Kellenberger möchte in seiner Blogparade zu Hostern einiges über die jeweiligen Hoster wissen. Ich habe länger überlegt, ob ich teilnehmen soll, denn ich habe nicht nur Positives zu meinem Hoster zu sagen. Andererseits haben wir gerade beschlossen es mit genau diesem Hoster nochmal zu versuchen, in dem wir nur die Hosting-Art ändern; daher jetzt also doch. Da ich jedoch auf Grund eigener Erfahrungen und durch miradlo-Kunden auch noch zwei weitere Hoster recht gut kenne, werde ich diese mit einschließen:

Hoster des Blogs

Dieses Blog liegt, wie einige weitere Domains bei Hostloco. Bei Strato kann ich zwar nicht über das Hosting von Blogs schreiben, jedoch über unterschiedliche Domains und Webauftritte; bei 1&1 liegen sowohl Domains, als auch ein Blog.

Manche Kunden hatten ihre Webauftritte bereits bevor sie zu uns kamen bei kleineren, lokalen Hostern. In solchen Fällen sehen wir keinen Grund daran etwas zu ändern. Allerdings können wir zu diesen Hostern und den Entscheidungsgründen nicht sehr viel sagen, da wir da nur für den jeweils neuen Webauftritt zuständig sind. Zwei lokale Hoster, mit denen es bisher keinerlei Schwierigkeiten gab, sind IMEI und CYBER 24; bei beiden sind es Webspace-Pakete.

Art des Hostings

Bisher kann ich bei allen Hostern nur über Webspace-Angebote berichten, nicht über Erfahrungen mit V-Servern oder Root-Servern. Wir werden demnächst einen Root-Server haben, aber bisher war das noch nicht nötig.

Gründe, für die Entscheidung

Für reine Webspace-Angebote spricht meines Erachtens, dass man sich um wenig kümmern muss. Fast alles wird bereits vom Hoster übernommen, Updates, Sicherheitseinstellungen, installierte Software usw.

Auch bei den von uns eingesetzten oder entwickelten Webapplikationen setzen wir auf Standards, die bei allen gängigen Hostern angeboten werden. Der Vorteil dabei ist, dass Kunden daher ihren Webauftritt nicht umziehen müssen, nur weil sie sich für Erweiterungen entscheiden. Aus diesem Grund gab es für uns bisher keinen Grund statt Webspace einen V-Server zu nutzen.

Der Hauptgrund, warum wir in Zukunft für einige Webauftritte einen Root-Server einsetzen werden, ist die Unabhängigkeit. Auf einem Root-Server ist es unerheblich:

  • was andere Kunden des Hosters installieren
  • wie stark diese den Server belasten
  • ob der Hoster täglich neue Updates fährt
  • oder noch mit uralten Versionen arbeitet

außerdem ist

  • eigene IP und damit SSL möglich
  • lassen sich manche Einstellungen anpassen

Vorteile des Angebots und des Hosters

Große Hoster wie Strato und 1&1 bieten gerade für Anfänger meist sehr gute Preise. Die Ersteinrichtung einer Domain mit den grundlegenden Standards ist meist sehr einfach und ausführlich dokumentiert. Sollte es ein Problem geben, dann ist bei der riesigen Anzahl anderer Kunden, genau dieses Problem meistens schon einmal von jemandem gelöst worden. Grundlegende Funktionen wie Mailadressen einrichten, Statistiken, vorinstallierte Software usw. sind auch für Ungeübte, erst einmal einfach nutzbar. Technische Probleme bezüglich Verfügbarkeit sind kaum zu erwarten.

Bei etwas kleineren Unternehmen wie Hostloco (ein spanisches Unternehmen, von Deutschen geführt, mit Servern, die in Deutschland stehen), ist der Support klasse. Nach kurzer Zeit kennt man, die zuständigen Ansprechpartner. Bei Fragen antwortet meist die Person, die auch speziellere Fragen beantworten kann. Aktualisierungen und Sicherheits-Updates werden zeitnah nach ihrem Bekanntwerden durchgeführt. Speziell bei Hostloco gibt es ein Kundenforum für Anfragen, in dem zu konkreten Themen auch Mitarbeiter des Unternehmens antworten.

Nachteile des Angebots des Hosters

Ich fürchte nach allen Erfahrungen, dass es den perfekten Hoster nicht gibt. Je nachdem was einem wichtig ist, bleibt nur das kleinste Übel zu wählen.

Strato

Mit Strato kam ich nicht klar, weil Strato bei nahezu allem sein eigenes Süppchen kochte. Einfache Dinge, wie Umleitungen per .htaccess klappten nicht durchgängig und beförderten zeitweise die ein oder andere Domain komplett aus dem Google-Index.

Webspacepakete sind für mehrere Domains nicht benutzbar, weil die einzelnen Domains nicht voneinander getrennt sind, sondern immer von der Hauptdomain abhängen. Damit listeten Suchmaschinen plötzlich Einträge wie www.hauptdomain.tld/ name_einer_weiteren_domain/ dateiname.dateiendung, dieses Verhalten wurde mir von Strato als die bessere Möglichkeit beschrieben…

Der Versuch einen Shop bei Strato zu bekommen ging völlig daneben. Die Ersteinrichtung noch ohne Domain klappte problemlos, der Versuch eine Domain aus dem Webspacepaket zu nehmen und diese für den Shop zu nutzen, endete nach drei Monaten und vielen E-Mails mit unterschiedlichen Abteilungen damit, dass Strato alle Eingaben des Shops löschte und mir schrieb, ohne eine Domain bei ihnen könne ich keinen Shop haben…

Ein und derselbe Server lieferte bei identischen .htaccess-Angaben verschiedene Header für die Domains aus. Damit war es bei manchen Domains unmöglich *.html-Dateien mit korrekter Zeichenkodierung auszuliefern.

Alle schriftlichen Anfragen bei Strato laufen über ein Kontaktformular, in welchem einige Pflichtfelder jedesmal ausgefüllt werden müssen. Jede Anfrage wird an einen anderen Mitarbeiter gestellt, bei mehrfachem Hin-und-Her, bedeutet das, dass jedesmal die Vorgeschichte vollständig erklärt werden muss. Spätestens bei der dritten Anfrage ist das nicht mehr so einfach, weil das Formular nur eine begrenzte Anzahl Zeichen annimmt.

Telefonisch habe ich es nur einmal versucht, nach mehr als einer halben Stunde in der Warteschleife, hatte ich einen freundlichen Call-Center-Mitarbeiter am Apparat, der von dem Thema leider deutlich weniger wusste als ich. Informationen zu Umstellungen von Software oder Oberflächen habe ich zu keiner Zeit bekommen.

1&1

Zumindest manchmal wird bei Umstellungen an Oberflächen oder der Software vorab informiert. Die Analyse der Seitenzugriffe ist nichts für meine Nerven, ich bin ein bisschen ungeduldig und daher nicht bereit pro Domain eine gute Stunde zu investieren, nur um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Möglicherweise ist das mit den zusätzlich bestellbaren Tools einfacher. Bei der Standardversion muss alles einzeln aufgerufen werden, mittels einer sehr gemütlichen Weboberfläche, klickt man sich Punkt für Punkt durch Besucher, Verweise, Geographie… wobei z.B. Besucher noch unterteilt wird in: Seitenaufrufe, Anzahl der Besucher, Anzahl der Seiten pro Besucher. Selbst mit 16 MB-DSL dauert es rund eine Minute, um von einem Unterpunkt zum nächsten zu wechseln. Die Auswertung der Zahlen wird von 1&1 völlig anders berechnet, als z.B. von Webalizer; bei 1&1 werden wesentlich höhere Besucherzahlen angegeben.

Mitte Juni habe ich nach Konfigurationsmöglichkeiten für das dort vorinstallierte WordPress gefragt. Daraufhin kam am 28. September die Antwort vom Support:
Der 1&1 Blog lässt sich nur im Rahmen der Möglichkeitend es 1&1 Control-Center (https://login.1und1.de/) konfigurieren – komplett eigene Layouts sind hier derzeit leider nicht möglich.
Diese ausführliche Antwort auf meine so spezielle Frage erforderte wohl langfristige, interne Recherchen… 😉

Hostloco

Laut Hostloco selbst, hatte ich in den vergangenen Monaten einfach Pech und erwischte mehrfach einen Server mit schlechter Hardware. Von Mai bis Dezember gab es zwölfmal so massive Probleme, dass es mehrfachen Kontakt, Recherchen usw. brauchte, um das Problem zu lösen. Mal war es die Hardware, mal ein unangekündigtes Update, mal irgendein anderes Problem. Keiner dieser Ausfälle war als Einzelfall unverständlich, die Häufigkeit war extrem nervig.

Hinzu kommt jede Nacht ein Mini-Ausfall des Servers, der meist nur einige Sekunden bis rund zwei Minuten anhält. Im Forum gibt es einige Kunden mit ähnlichen Erfahrungen, andere jedoch, die seit Jahren kaum Ausfälle hatten. Unsere Vermutung ist, dass ein Teil der Probleme, an den gut gemeinten, jedoch manchmal zu zeitnahen Updates liegt. Einige Fehler liessen darauf schließen, dass vor Änderungen nicht sehr geplant und intensiv getestet wird. Da ich den Support und den Umgangston sehr schätze haben wir jetzt einen Root-Server bestellt, wenn unsere Vermutungen stimmen, sollten damit die Probleme aufhören.

Preis des Angebots

Falls es gerade kein spezielles Angebot gibt, kostet der Webspace, den wir brauchen, auf dem jedoch einige Domains laufen so um die 30 Euro.

Bei Strato sind es normalerweise eher so 35.- Euro, beim ein oder anderen Sparpaket, kann es günstiger werden. Strato bietet jedoch häufig auf den ersten Blick sehr günstige Preise und nur bei sehr genauem Hinsehen gelten diese dann nur für die ersten drei Monate eines 24-Monatsvertrags. Meist werden später günstiger werdende Preise nicht auf bestehende Verträge übertragen. Ähnliches gilt für verbesserte Angebote, Pakete die mehr Speicherplatz oder mehr kostenlose Domains enthalten, auch in diesem Fall gilt das häufig nicht für Altverträge.

1&1 ist häufig ein bisschen günstiger, wobei Strato meist wenig später nachzieht.

Je nach Paket und Hoster werden Domains extra berechnet oder sind zumindest teilweise enthalten. Die Domainpreise sind bei großen Hostern meist günstiger, da diese spezielle Verträge haben. Bei über zwanzig Domains kann es sich lohnen genauer zu schauen. Beispielsweise kann die sowieso sehr teure .ch-Domains je nach Angebot auch mal das Doppelte kosten. Während man eine .de-Domain oft schon für unter 10 Euro jährlich bekommt, kann eine .ch mit Einrichtungsgebühr auch mal für den zehnfachen Preis angeboten werden. Bei Hostloco kosten mich die Domains von etwas über 13.- bis rund 45.- Euro pro Jahr.

Fazit

Große Hoster wie Strato oder 1&1 eignen sich für Menschen, die

  • nur eine Domain haben
  • nicht viel selbst tun möchten
  • ihren Webauftritt jedoch selbst betreuen wollen
  • keine speziellen Ansprüche an ein Angebot stellen
  • mit den vorhandenen Möglichkeiten eines Angebots in genau dieser Form zufrieden sind

Kleinere, individuelle Hoster wie Hostloco eignen sich für diejenigen,

  • denen persönlicher Support wichtig ist
  • die einiges technisches Hintergrundwissen haben, oder
  • deren Webauftritt von jemandem betreut wird, der dieses Wissen hat
  • die auch mal ein für sie angepasstes Angebot brauchen

Update

Alle Beiträge gibt es auf Michas Seite. Auch wenn Micha darum bat, dass alle Teilnehmer die Beiträge nochmals in ihrem Blog verlinken, möchte ich das nicht. Zu den Gründen siehe Gedanken zu Blogparaden.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 29. Dezember 2007 um 22:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter miradlofacts, mit dem Kurzlink
http://www.utele.eu/blog/?p=57 abgelegt.

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  18. Robert sagt:

    Ich bin zwar etwas spät dran, um diesen Beitrag zeitnah zu würdigen – trotzdem: Die Gegenüberstellung zwischen den beiden Riesenprovidern einerseits und dem flexiblen Kleinen andererseits trifft’s meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt.

  19. Ute sagt:

    …spät dran, stört mich nicht, ich freu mich immer über Kommentare, wenn sie sogar positive Rückmeldungen sind, umso mehr, danke.

  20. Rootix Blog sagt:

    […] Hoster von Webspace: Hostloco, Strato, 1&1 ::: Blogparade » uteles Blog […]

  21. Hammel sagt:

    Ich sehe das so wie Robert. Guter Bericht.

  22. Super, dass du auch gleich Preise mit aufgelistet hast. Ich bin momentan mitten in einem Umzug und überlege insgesamt auch wegen einem neuen Hosting, etc. Vor allem habe ich immer gern Berichte über Problematiken gelesen, um überprüfen zu können, ob die Personen Unterstützung erfahren haben. Deine Ausführungen hier sind allerdings wirklich klasse und helfen mir bei der Entscheidung sehr.

  23. Ute sagt:

    Freut mich, wenn du mit meinen Angaben was anfangen kannst. Ich denke auch nach wie vor, dass es wichtig ist zu überlegen, worauf man selbst Wert legt.

    Wer niemals Support braucht, weil es nur um Standardsachen geht, sollte einen anderen Hoster wählen, als jemand bei dem es um spezielle Webapplikationen geht, die zuweilen doch unterschiedliche Ansprüche haben.

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