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Tippen und handschriftlich sind sehr verschieden

12. Juni 2014 Ute

wenige Wörter passen nur auf eine DIN A4 SeiteIch schreibe viel, an jedem einzelnen Tag, Mails, Tweets, Blogbeiträge, Dokumentation und und und. Meistens tippe ich an meiner Laptoptastatur, manchmal auch auf dem Touchscreen des Telefons. Selbst auf dem Telefon klappt das noch ziemlich gut, das Ergebnis sieht ja immer gleich aus bei denen, die es lesen.

Bei Besprechungen, Terminen und kleinen Notizen am Rand, so nur für mich, nehme ich Stift und Papier, das geht auch recht gut, meist muss ja nur ich lesen können, was da steht.

Handschriftlich

Handschriftliches was auch andere lesen können sollen, schreiben ich in einer “Halb-Druckschrift”, Adressen auf Briefen, kleine Zettel als Info und ganz selten mal ein, zwei Zeilen bei einem Brief. Früher bevor ich tippen konnte, bevor ein Rechner mit Tastatur Alltag war, da schrieb ich viel und eben alles von Hand. Jedoch auch da, schrieb ich meistens für mich und nur ab und zu mal an andere. Eine Postkarte in Druckschrift das klappte mal noch, Briefe waren schon immer eine Ausnahme.

Ich hatte Schönschreiben in der Grundschule, wer nicht gut war musste freitags vor zum Lehrer und bekam Extraufgaben. Es traf immer einige Jungs – naja und mich. Die anderen Mädchen konnten das, ich nicht.

In der Realschule gab es Schönschreiben mit Feder und Tinte in altdeutscher Schrift. Am Ende eines Wochenendes schrieb mir meine Mutter die Hausaufgabe, ich hatte es unzählige Male versucht, es war immer unlesbar und vollgekleckst.

Meine Mutter hatte eine Handschrift, die von vielen bewundert wurde, zierliche, kleine schwungvolle Buchstaben, die gut lesbar waren und doch ausgeschrieben (nicht mehr Kinderschrift) wirkten.

Tja, vererbt hat sich das nicht. Ich schrieb schon immer eher groß, ein durchschnittlicher Aufsatz in 90 Minuten zu Schulzeiten hatte meist über zehn Seiten. Aus dem Französischunterricht flog ich raus, weil sich aus meiner Schrift nicht erkennen ließ ob ich einen Strich übers “u” schrieb, es ein i-Punkt war oder eins der Akzentzeichen.

Deutschlehrer kamen meist noch so einigermaßen mit meiner Schrift zurecht, alle anderen schimpften bei Rückgabe immer über die unleserliche Klaue.

Bei der Umschulung zur Fremdsprachenkorrespondentin, so Ende der Neunziger, musste ich ja auch spanische Texte schreiben. Da waren wieder diese Akzente, die lesbar sein mussten. Mit sehr viel üben habe ich mir dafür eine Halb-Druck-Halb-Schreibschrift angewöhnt, die es ermöglichte einigermaßen lesbare Texte in endlicher Zeit zu schreiben.

Meistens verzichte ich auf wirklich handschriftliche Texte, wenn sie sich an andere Menschen richten. Aber so ab und zu geht es halt nicht anders, weil ich nicht will, dass es unpersönlich wirkt. Tja und dann versuche ich mich daran meine Handschrift in leserlicher Form auf Papier zu bringen. Einige wenige Zeilen klappen meist noch, doch wenn es mehr wird, wird meine Schrift immer größer und immer schwerer lesbar.

Heute hatte ich einige Briefe, die ich handschriftlich haben wollte und weil es nicht gut klappt jammerte ich in bei twitter & co vor mich hin. Da es da auch Reaktionen gab, dachte ich, es passt grad, ich blogge kurz mit einem Bild meiner Handschrift darüber…

Ich bin froh, dass ich nur ganz selten noch etwas handschriftlich verfassen muss, die Tastatur liegt mir doch sehr viel mehr und es passen viel mehr Wörter auf ein DIN-A4-Blatt. :)

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 12. Juni 2014 um 14:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter utele & frido, mit dem Kurzlink
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4 Reaktionen zu “Tippen und handschriftlich sind sehr verschieden”

  1. Markus sagt:

    Wir haben ja vorhin schon bei statusnet angefangen über die Handschrift zu philosophieren und vor allem drüber, dass man sich nach dem ganzen Gehacke, was derzeit vor allem den Alltag ausmacht, dass man und vor allem, dass sich die Hand erst Mal wieder dran gewöhnen muss, schön zu schreiben. Meist schreibt man, wenn überhaupt, etwas für sich selber auf und das kann man immerhin noch meistens lesen. Und das ist auch gut so. 😉

    Aber, mal im Ernst: Du hast da schon ziemlich prägende Erfahrungen gemacht. Da bekommt man quasi schon beim Lesen Komplexe. Heute würde man damit hoffentlich anders umgehen, auch wenn ich vor ein zwei Jahren las, dass man nun genauso wie in den USA schon lange, auch in Deutschland kapituliert. Man führt jetzt breitflächig die Druckbuchstaben-Schreibweise ein. Pragmatisch gesehen ist das sicher nicht so falsch. Als Liebhaber von Handschriften (die ich als diesbezüglichen “Schmierfink” aber gerne anschaue) finde ich das natürlich schade.

  2. Ute sagt:

    Ja, so ganz umsonst habe ich meine Bedenken wegen meiner Handschrift sicher nicht. 😉
    Die Druckbuchstabenschreibweise ist eine Notlösung, ich nutze die ja auch für Adressen auf Briefen oder bei Zetteln an Lieferanten. Aber es dauert viel länger so zu schreiben und es fehlt vieles, was eine Handschrift ausmacht.

  3. Markus sagt:

    Klaro, auf Briefumschlägen schreibe ich, wenn ich da noch per Hand schreibe, auch oft Druckbuchstaben. Damit die “minderschlauen” automatischen Lesegeräte beim Sortieren noch eine Chance haben. 😉

    Und, ja, schön sind machen Handschriften schon. Ich mag z.B. auch diejenige meines Vaters sehr gerne. Meist sind ja die vonder weiblichen Halbkugel hübscher anzuschauen, aber so eine schöne regelmäßige Männerhandschrift ist auch fein. Finde ich.. :)

  4. Ute sagt:

    Ich mag Spielerei-Handschriften nicht so gern, die gibt es bei Frauen öfter mal. Die Handschrift meines Juniors mag ich sehr, die ist charakteristisch und gut lesbar. :)

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