Melodien und Hits aus den Musicals von Andrew Lloyd Webber ::: Kritik

Donnerstagabend fand im Konzil in Konstanz eine Jubiläums-Musical-Gala statt, in der vor allem Titel aus den Werken von Andrew Lloyd Webber gespielt wurden. Der Komponist wird im März sechzig und begeht darüber hinaus sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Mir persönlich blieb bisher vor allem das Gasværket in Kopenhagen im Gedächtnis. Dort habe ich vor ein paar Jahren eine wunderschöne Aufführung von Jesus Christ Superstar gesehen. Die Atmosphäre und der Klang in diesem runden Turm, von dem ich leider kein Bild habe, waren traumhaft.

Das Konzil ist bezüglich Atmosphäre auch immer eine gute Adresse und bei Musik von Andrew Lloyd Webber kann normalerweise nichts schief gehen. Angekündigt waren die Stars der Originalproduktionen aus Phantom der Oper, Cats, Evita, Jesus Christ Superstar, Starlight Express und Sunset Boulevard. Nun, leider klappte das nicht so ganz. Die Musikstücke waren aus den genannten Musicals, außerdem gab es drei Stücke, die nicht von Andrew Lloyd Webber komponiert wurden. Die Stimmen der Künstler waren schön. Leider ist das jedoch fast schon alles was es an Positivem zu dieser Aufführung zu berichten gibt.

Es begann mit einem nicht einmal zu einem Viertel gefüllten Saal, mehr als 150 Besucher waren sicher nicht da. Schlimm war der Klang der eingespielten Musik, eine fürs Konzil viel zu gering ausgelegte und schlecht eingestellte Musikanlage konnte je nach Sitzplatz im Saal nur scheppernd, klirrend, den Gesang übertönende Musik erzeugen. Der Vorteil des leeren Saals war, dass wir uns mehrfach umsetzen konnten, beim fünften Versuch war der Klang im Seitenbereich des Saals nicht mehr ganz so schlimm.

Wir tanzen ja selbst seit einigen Jahren und inzwischen auch schon einige Zeit im Tanzclub Konstanz. Für uns ist es ein Hobby, wir haben keinen professionellen Anspruch und betreiben keinen Turniersport. Wenn wir jedoch bei Tanzeinlagen sicher sind, es besser zu können als die Profis auf der Bühne, dann spricht es nicht für die Qualität der Künstler. Außer Takt, keine korrekten Schritte und bei gemeinsamen Figuren nicht gleichzeitig und gleichmäßig, das war schon sehr erschreckend. Insbesondere da es teilweise Einlagen mit Hebefiguren und kleineren akrobatischen Einlagen gab, hatte ich erwartet, dass die Tänzer zumindest in den gezeigten Grundschritten der Tänze perfekt sind. Die tänzerische Leistung war jedoch weit unter dem, was wir beispielsweise beim dem Ball in Singen im Dezember gesehen haben.

Insgesamt blieb nur an wenigen Stellen zu erahnen welcher Genuß mit den Stimmen der Künstler eigentlich möglich gewesen wäre. Da die Show noch in einigen anderen Städten gezeigt wird, kann ich für alle Besucher nur hoffen, dass das gestern ein Ausrutscher war. Es wäre nicht nett, wenn sie sich gedacht hätten, für die paar Besucher in der Provinz lohnt es sich nicht es besser zu machen. Aber noch schlimmer wäre es, wenn auch die weiteren Aufführungen nur in dieser Qualität vorgetragen würden.

Veröffentlicht von Ute

utele bloggt - das ist die halbe Wahrheit, ich, Ute schreibe. Das Elefantenmädchen im Logo heißt utele. Dieses Blog gibt es seit 2007, was ich sonst so mache findet ihr jeweils auf: https://ute-hauth.de/

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