Tux guckt Plüschpinguin an FasnetIch nähe immer mal wieder, vor allem jedoch, wenn es um Kostüme zur Fastnacht geht. Der Sommer ist bereits vorbei und so langsam geht es auf den 11.11. den Start der Fastnacht zu, deshalb darf es auch gleich mal über ein Kostüm sein, denn mit Kostümen begann ich zu nähen. Über meine Nähecke schrieb ich ja vor einiger Zeit schon einmal.

In der Schule hasste ich den Handarbeitsunterricht, auch das Nähen. Viele nette Frauen retteten mir immer kurz vor Abgabe noch die vier. Doch bereits zu Schulzeiten begann ich zu nähen. Nicht wie im Unterricht, auch weder eine „ach so hübsche Bluse oder eine so ungemein praktische Schürze“.

Ich begann zu nähen, weil ich Fasnet liebe. Fasnet bedeutet bei uns in Konstanz traditionell Straßenfastnacht. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht hat nichts mit Karneval zu tun. Die Kostüme müssen so sein, dass man sich am Ende des Winters den ganzen Tag im Freien aufhalten kann.

Ich wollte schon immer möglichst für jeden Tag an Fasnet ein anderes Häs (Kostüm). Manches ließ sich aus alten Klamotten zusammenstellen, aber vieles eben auch nicht. Klar auch damals in den Siebzigern gab es schon mal Kostüme zu kaufen, meist jedoch deutlich teurer als mein Taschengeld zuließ. Viele Kostüme waren auch nicht geeignet, denn sie waren auf Karneval und Innenräume ausgelegt. Es blieb also nur zu lernen es selbst zu machen.

Es ging um Kostüme für Fastnacht, da war keine Lehrerin, die kontrollierte ob das alles perfekt war und hübsche Nähte hatte. Ich hatte daher sehr schnell Spaß am Nähen. Es ging um Kostüme, es musste nicht alles perfekt sein, es musste praktisch sein.

Heutzutage gibt es vieles auch zu kaufen, zumindest irgendwo im Internet zu bestellen. Diese beiden Pinguine stammen aus dem Jahr 2003, sie wurden jedes Jahr mindestens einen Abend getragen, gewaschen und dann wieder versorgt.

Ein Pinguin besteht aus vielen Schichten:

  • Jeans, T-Shirt und Wanderschuhe sind drunter
  • ein dünnes Oberteil aus einfachem Pannesamt und innen rauher Fastnachtsseide
    • ermöglicht den Pinguin auch in Kneipen zu tragen
    • hat noch eine Extratasche für Taschentücher oder eine Getänkeflasche
  • ein dickes Oberteil aus Plüsch mit abgeschrägten Ärmeln
    • sorgt für Wärme am Körper
    • die langen abgeschrägten Ärmel gehen aus über die Finger raus und halten auch ohne Handschuhe gut warm, innen enden sie am Handgelenk
    • rechts und links in Höhe der Hosentaschen der Jeans hat das Oberteil Eingriffe, damit man bequem an die Hosentaschen dran kommt.
    • innen ist es mit T-Shirt-Stoff gefüttert, es rutscht also auch problemlos über dem Pannesamt des Unterteils
  • entweder das Oberteil ist sehr lang oder es wird noch mit gelben Stulpen für warme Knie ergänzt
  • gelbe Pinguinfüße sind Stulpen mit einem Vorderteil, was über die Schuhe reicht
    • die Füße sind Stulpen oben mit einem Gummiinnenband
    • der eigentliche Fuß hat einen Gummi, der unter die Schuhsohle kommt (geht nur mit Schuhen mit etwas Absatz, sonst steht man auf dem Gummi)
    • außerdem gibt es einen BH-Trägerhalter mit Druckknopf, damit wird der Fuß am Schuhbändel befestigt
  • der Pinguinumhang
    • ich habe einfach Schildmützen als Grundlage genommen und damit einen Schnabel geformt
    • die Augen sind aufgenäht
    • die Mütze ist „mit einer Plüschkapuze bezogen“ wie bei einer Kapuzenjacke
    • an der Kapuze ist der Umhang angesetzt, der hinten in zwei spitzen Schößen endet
    • damit nicht alles nur am Kopf hängt ist vorne ein breiter weicher Querstreifen eingesetzt, der das Gewicht des Umhangs auf den Schultern lässt

Die Idee

Ein Tux, ist ein gemalter Pinguin, das Maskottchen des Betriebssystems Linux. Ich hatte also eine Zeichnung sonst nichts. Angefangen habe ich bei der Mütze und dem Schnabel, falls das nicht geklappt hätte, hätte ich sonst noch nicht viel dran gemacht. Ich habe einfach mal rumprobiert, wie es gehen könnte, dass es nach Schnabel aussieht und so nach und nach den Kopf genäht und gebastelt.

Ich nähe bei solchen Sachen nicht nach Schnitt. Ich probiere, wenn ich eine Idee habe, schaue ich ob ich ein Kleidungsstück habe, was so in etwas so geschnitten ist wie der nächste Schritt, dann lege ich erstmal den Stoff, schneide dann großzügig zu, stecke immer wieder, bis es sitzt und nähe dann.

Ganz wichtig ist immer, dass es praktisch ist, es braucht Eingriffe, Taschen, es muss sitzen auch wenn man auf der Straße tanzt.

Die Bilder der Galerie zeigen einige Details des Pinguinkostüms. Bei Fragen, fragen!

Veröffentlicht von Ute

utele bloggt - das ist die halbe Wahrheit, ich, Ute schreibe. Das Elefantenmädchen im Logo heißt utele. Dieses Blog gibt es seit 2007, was ich sonst so mache findet ihr jeweils auf: https://ute-hauth.de/

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