Was ist für mich Gerechtigkeit?

Spontiv (war bis vor kurzem spontanvegetation.de, leider wurden die Seiten vollständig aufgegeben) fragt heute nach Gerechtigkeit. Er möchte wissen, was man selbst darunter versteht. Da mir dazu ein bisschen mehr einfällt, als in einen Kommentar passt…

Für mich wäre absolute Gerechtigkeit, wenn z.B. schwere Krankheiten, womöglich gar mit Todesfolge, nur diejenigen treffen würden, die es meines Erachtens treffen dürfte. Beispielsweise gäbe es dann keine schweren Krankheiten bei Kindern, da die aus meiner Sicht noch nichts getan haben können, weswegen sie gerechterweise krank werden dürften.

Diese Gerechtigkeit gibt es jedoch nicht.

Ausgleichende Gerechtigkeit

Ich glaube jedoch an eine gewisse sich im Lauf der Zeit ausgleichende Gerechtigkeit, im Sinne von:
andere bewusst verletzen egal ob körperlich oder seelisch zahlt sich unterm Strich nicht aus.

Alle Ungerechtigkeiten die es zuhauf auf der Welt gibt, kann ich nicht ändern.
Ich halte nichts davon für irgendwas irgendwo auf der Welt einmal jährlich oder monatlich zu spenden, und mir dann einzubilden, ich hätte etwas getan. Sinnvoll finde ich, mich in meiner direkten Umgebung zu engagieren und etwas zu tun. Dazu gehört für mich beispielsweise:

  • nicht zuschauen, wenn etwas komisch wirkt
    z.B. wenn es so aussieht, als sei etwas mit Kindern in einer Familie nicht in Ordnung, dann habe ich auch schon das Jugendamt angerufen, wenn ein Gespräch mit den Eltern nicht half.
  • wenn jemand um Hilfe bittet und ich kann grad was tun
    • z.B. eine Nachbarin mal eben zum Arzt fahren
    • Älteren oder Menschen mit körperlichen Schwierigkeiten helfen, wenn es grad offensichtlich ist, sei es aufstehen im Bus, das runtergefallene Kleingeld aufheben…
    • Kinder schützen, indem ich nicht im Beisein von Kindern über eine rote Ampel gehe, egal wie sicher es grad ist oder wie eilig ich es grad habe
    • einer Freundin (Freund, Partner…)  zuhören, die das genau jetzt grad braucht, auch wenn ich eigentlich keine Zeit habe
    • Bekannten auf Jobsuche die Bewerbung genau dann gegenlesen, wenn sie eben fertig ist
  • da ich nicht einfach für irgendwas spende, kann ich es mir leisten auch mal Projekte zu machen, an denen ich nichts verdiene, in meinem Fall, sind das meist Webauftritte, wie z.B:

Damit kann ich nicht die ganze Welt ändern. Aber ich bin sicher, wenn alle Menschen sich um diese Kleinigkeiten in ihrer direkten Umgebung kümmern würden, dann wäre die Welt ein Stückchen gerechter und damit besser.

Denn die Kleinigkeiten im Alltag sind es, die meines Erachtens wirklich etwas verändern. So wie es das afrikanische Sprichwort sagt:

Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern.“

Veröffentlicht von Ute

utele bloggt - das ist die halbe Wahrheit, ich, Ute schreibe. Das Elefantenmädchen im Logo heißt utele. Dieses Blog gibt es seit 2007, was ich sonst so mache findet ihr jeweils auf: https://ute-hauth.de/

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