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alemannisch – badisch – schwiizerdütsch – Dialektsession beim #bcbs14

2. November 2014 Ute

Dialekt-Session beim #bcbs14 - Foto von http://yvonnesim.wordpress.comBeim Barcamp Bodensee #bcbs14 fand ich, es wäre mal die Gelegenheit über Dialekte zu sprechen. Ich bot eine Session an und es kamen einige Interessierte. Die Fotos der Session seht ihr dank Yvonne Sim, die mir erlaubte ihre Bilder zu verwenden. Die @kischtrine die ebenfalls in der Session war, schrieb vor Monaten schon einmal über Alemannisch und hat zwei Hörbeispiele in ihrem Beitrag mit ihrem Dialekt und mit Züridütsch: Alemannisch ein kleiner Exkurs, übers Barcamp – Schullandheim reloaded berichtete sie ebenfalls.

Die beiden von ihr vorgestellten Alemannisch-Dialekte, klingen schon noch anders, als unser Bodenseealemannisch . Den Artikel über Bodenseealemannisch könnt ihr auch in der alemannischen Wikipedia im Dialekt lesen: Bodenseealemannisch in der alemannischen Wikipedia. Hier in Konstanz sprechen wir Bodenseealemannisch, wobei auch das sehr unterschiedlich sein kann, schon innerhalb der Konstanzer Teilorte, klingt es teils sehr verschieden. Die Beispiele bei Kischtrine stammen aus dem Hochalemannischen, auch der Artikel Hochalemannisch ist auf alemannisch verfügbar.

Bei Kischtrine gibt es zwei Beispiele für folgenden Text:

“Diese Woche will ich Euch den alemannischen Dialekt näher bringen. Vielleicht hört ihr ja den Unterschied zwischen Schweizerdeutsch und dem Alemannischen. Wenn man nicht so oft mit dem Dialekt konfrontiert ist, ist es sicher gar nicht so einfach das zu unterscheiden. Aber vielleicht schaff ich ja ein bisschen mehr Verständnis mit meinem kleinen Aufklärungsversuch.”

Ich habe im Satz statt nur Alemannisch, gesagt, dass es Kischtrines Hochalemannisch und bei mir Bodenseealemannisch ist.

Ich habe ansonsten denselben Text mal eben spontan abgelesen gesprochen, allerdings nicht Wort für Wort sondern so wie es für mich im Dialekt wäre, wenn ich es beim Lesen eben simultan übersetze. Als Einstieg habe ich noch kurz über den Hintergrund erzählt, insgesamt ist es gut eine Minute. Aber hört es euch einfach an…

Die alemannische Wikipedia hat natürlich auch den ein oder anderen Artikel über den Dialekt, z.B: über Alemannische Beispielsätze:

http://als.wikipedia.org/wiki/Alemannischer_Beispielsatz Da lässt sich nachlesen, wie verschieden die Aussprache im Alemannsichen sein kann. Das Beispiel für Überlingen ist unserer Aussprache in Konstanz sehr ähnlich.

Barcamp Bodensee Session

Dialekt-Session beim #bcbs14 - Foto von http://yvonnesim.wordpress.comMir ging es beim Anbieten der Dialektsession um Austausch. Wir waren ja in Baden-Württemberg und das ist “Wir können alles. Außer Hochdeutsch.” Einerseits gibt es teils sehr starke Dialekte, andererseits gibt es eben auch viele, die im Alltag ausschließlich hochdeutsch sprechen, obwohl sie aus Dialektregionen stammen und sich dort auch weiterhin im Dialekt unterhalten. Bei einem Barcamp sind ja erfreulicherweise auch nicht nur Baden-Württemberger, sondern Menschen aus den verschiedensten Regionen.

Zunächst wollte ich wissen, wie ist es für die Teilnehmer mit Dialekt. In der Session fragte ich die Teilnehmenden zunächst, wie das mit Dialekt für sie ist. Überwiegend waren die Teilnehmenden zumindest mit Dialekt aufgewachsen, manche sprechen ihn nach wie vor, andere nur noch wenn sie ausschließlich Dialektsprechende um sich herum haben.

Einerseits gibt es Bestrebungen, Mundart wieder mehr zu schätzen, es gibt teils auch an Universitäten Seminare für die ein oder andere Mundart. Andererseits verliert sich die Mundart immer mehr, unter anderem hat das natürlich auch damit zu tun, dass die Menschen nicht mehr so häufig in der eigenen Region leben. Insofern ist es teils natürlich auch nötig, dass Dialektsprechende zumindest einigermaßen auch Hochdeutsch sprechen können, um sich zu verständigen. In der Schweiz ist die eigene Mundart zwar der Normalfall, andererseits ist es dort selbstverständlich, dass im Schulunterricht Hochdeutsch gesprochen wird. Bei uns war Dialekt in der Schule dagegen nie ein Problem. Ein Teil des Dialekts verliert sich auch durch die Medien, Kinder wachsen heutzutage mit Radio und Fernsehen auf, dort wird immer Hochdeutsch gesprochen. Warum manche Jugendliche bei dialektsprechenden Eltern selbst nur Hochdeutsch sprechen und andere nicht, scheint an deren eigenem Interesse zu liegen, denn eine Teilnehmerin berichtete, dass bei ihren beiden Kindern eines als Erwachsene Hochdeutsch, das andere Schwäbisch spricht.

Dialekt-Session beim #bcbs14 - Foto von http://yvonnesim.wordpress.com Andererseits ist Dialekt teils auch nicht anerkannt. Es gibt auch Menschen, die Dialektsprechende für weniger intelligent halten. Einige Teilnehmende berichteten, dass sie sich daher bewusst entschieden haben, beispielsweise im beruflichen Umfeld ausschließlich Hochdeutsch zu sprechen. Anderen geht es eher wie mir, sie können nicht bewusst zwischen Hochdeutsch und Dialekt wechseln. Bei mir verändert sich der Dialekt, je nachdem wie ich angesprochen werde. Nach einigen Tagen Kontakt ausschließlich mit Hochdeutschsprechenden, bleibt bei mir außer einem hörbaren “sch” nicht mehr viel vom Dialekt. Es genügen jedoch wenige Sätze im Dialekt, damit sich mein Dialekt ganz klar verstärkt.

Wir hatten in der Session Teilnehmende aus verschiedensten Regionen, bei der Betrachtung der Dialektwahrnehmung spielte das jedoch keine Rolle. Einig waren wir uns, dass es sinnvoll ist, den Dialekt soweit zurückstellen zu können, dass Verständigung auch mit Nicht-Dialekt-Sprechenden möglich ist. Klar war für alle auch, dass in manchen Situationen Dialekt sprechen, dazu führen kann, dass man sich zunächst Respekt verschaffen muss. Sehr verschieden ist jedoch der individuelle Umgang damit, manche zeigen in bestimmtem Kontext nicht einmal, dass sie Dialekt sprechen könnten. Andere bleiben bewusst bei einer zwar allgemein verständlichen Version ihres Dialekts, wechseln aber auch nicht zu Hochdeutsch.

Spaß hatten wir im Sonnenschein bei unserer Session natürlich auch, z.B:

“Kölsch ist der einzige Dialekt, den man sprechen und trinken kann” #Wortmeldung ein Tweet von @YvonneSim

Nach Rückmeldung der Teilnehmenden, hatten wir alle Spaß an dem Thema, wenn es sich wieder einmal ergibt, würde ich mich gern noch einmal darüber austauschen.

Das Barcamp als Ganzes war wieder einmal klasse, besonders schön natürlich mit wunderbarem Badewetter am See. :)

PS: Gefrreut habe ich mich auch über den Beitrag purplegreen und meine Erwartungen visualsiert von purplegreen selbst. 😉

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 2. November 2014 um 21:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter nachdenkliches, mit dem Kurzlink
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