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…ich mache Fehler…

23. Februar 2012 Ute

Ich plane seit der letzten Mitgliederversammlung der Piraten im Kreisverband Konstanz eine Stellungnahme, wollte jedoch ursprünglich das endgültige Protokoll der Versammlung abwarten. Leider verzögert sich das wohl noch, da ich jedoch wieder für den Landesvorstand kandidiere, schreibe ich jetzt etwas dazu. Diesen Artikel hatte ich bereits angefangen,  weil ich vermutete, dass es ansonsten zu einem anonym angestoßenen Shitstorm kommt.

Fakten

Bei der Mitgliederversammlung gab es eine Rechnungsprüfung. Im Bericht  des dazu sprechenden Rechnungsprüfers, kreidete dieser an, dass es zwei Rechnungen gäbe, die nicht auf den Kreisverband ausgestellt wurden, sondern auf mich, bzw. mein Unternehmen.

Ja, es waren zwei Rechnungen auf mich ausgestellt, (Rechnungsdaten: 8.2.2011 und 25.2.2011). Davon erfuhr ich durch diese Aussage am Samstag, den 21.01.2012.

Am Donnerstag, den 26. 01.2012 übergab ich die erste neu ausgestellte Rechnung an den Schatzmeister des Kreisverbands.

Die zweite Rechnung war schwieriger, da das ausstellende Unternehmen mittlerweile nicht mehr existiert und die neue Geschäftsleitung keinen Zugriff auf alle Unterlagen hat. Die geänderte Rechnung liegt dem Schatzmeister des KV deshalb erst seit dem 9.2.2012 vor.

Vermutungen

Daraus leitete schon bei der Mitgliederversammlung einer  der Rechnungsprüfer mir gegenüber ab, dass ich die Rechnung wohl fürs Unternehmen geltend gemacht hätte und dass dies ja nicht korrekt sei. Bei einem Stammtisch, an dem ich leider nicht dabei war, gab es wohl weitere Spekulationen, wie das zu bewerten sei.

Meine Sicht

Ja, es hätte nicht passieren sollen. Ich hätte mich damit intensiver befassen sollen. Hätte ich das getan, so wären die Rechnungen zeitnah korrekt und neu ausgestellt worden.

Wie es ablief

Im Februar 2011, als die Rechnungen ausgestellt wurden, war ich als Kandidatin zur Landtagswahl extrem ausgelastet. An die Adresse meines Unternehmens gingen unzählige Lieferungen, Plakate, Flyer, Großplakate usw. Das komplette Material des Kreisverbands war bei uns im Haus. Hier fanden die Vorbereitungen für alle Aktionen, von Umfragen über thematische Infostände, bis hin zum Plakate kleben, statt. In den letzten Wochen vor der Landtagswahl war ich täglich mehrere Stunden nur mit Wahlkampf beschäftigt. Ungeschickterweise hatte ich mir noch einen Zeh gebrochen, so dass alles was ich nicht im Sitzen machen konnte etwas länger dauerte als sonst.

Piraten, aus Baden-Württemberg, die dabei waren, wissen voraussichtlich, was ich meine: Es gab Anfragen von Bürgern, Podiumsdiskussionen, Plakate kleben, Plakate aufhängen, Infostände, Demoteilnahmen zu S21 und nach Fukushima, Pressemitteilungen, Themenabende usw. In Konstanz haben wir am 28. März alle Plakate wieder abgehängt. Vormittags zu viert, ab nachmittags bis spätabends noch zu dritt. Alle geklebten Plakatträger waren geliehen und vor Rückgabe mussten alle losen Plakatreste wieder abgekratzt werden. An diesem Montag hatte es geregnet, alle Plastikplakate waren nass. Es dauerte mehrere Tage, bis durch mehrfaches Umschichten alle Plakate trocken waren und gestapelt werden konnten. In den ersten beiden Wochen nach der Landtagswahl gab es noch viele Rückfragen, wirklich vorbei war die Wahl bei mir erst Mitte April.

In diese Zeit fielen die beiden beanstandeten Rechnungen. Alles was ich an Unterlagen zum Kreisverband bekam, sammelte ich an eine Stelle. Dort stapelte ich, was ich hatte und übergab den Stapel, ohne nochmal drauf zu schauen, an den damaligen Schatzmeister. Bei der einen beanstandeten Rechnung wollte der Schatzmeister sowieso nochmal nachhaken, weil der KV einen Zuschlag für schnellere Lieferung in Vorauskasse bezahlt hatte, die Großplakate aber dann doch nicht eher ankamen. Wie ich heute weiß, war das entweder erfolglos oder wurde vergessen, sonst hätte es die Rechnung gar nicht in dieser Form gegeben.

Mit den passenden Regeln korrekt ausgestellter Rechnungen, hatte ich mich nicht befasst. Selbst wenn mir aufgefallen wäre, dass da eine Rechnung auf Lieferadresse statt auf den Kreisverband ausgestellt wurde, hätte ich wohl kaum ein Problem gesehen. Insbesondere auch, weil eine Rechnung die Großplakate für den Wahlkampf und die andere die Wahlkampfflyer, also eindeutiges Parteimaterial, betraf.

Fazit

Ja, ich habe einen Fehler gemacht. Es war nicht mein erster Fehler und es ist auch sicher nicht mein letzter Fehler.

Auf mich persönlich wirkt es nun allerdings, als ob es wieder eine Hetzkampagne gegen mich geben soll. Dass jetzt eine anonyme Mail dazu an die Vorstände verschickt wurde, die Aufklärung fordert und weitere Schritte ankündigt, passt zu meiner Kandidatur für den Landesvorstand. Letztes Jahr ging es um mein Verhalten im Rahmen eines Vortrags, siehe auch: Artikel zu Popcorn, dieses Mal um den Fehler bei zwei Rechnungen.

Für mich bestätigt dies, was ich schon im Artikel Shitstormmagnet schrieb, es geht darum, einen Shitstorm anzuzetteln und nicht darum, konstruktiv zu kritisieren. Konstruktiv kritisch hätten diese beiden Rechnungen seit dem Frühjahr 2011 schon eher auffallen sollen. Konstruktiv hätte man mich da bereits fragen können. Ich hätte dasselbe getan, wie jetzt auch: Ich hätte mich darum gekümmert so schnell wie möglich eine Lösung für das Problem zu finden, welches durch meinen Fehler entstand.

Wenig konstruktiv finde ich, was ich jetzt sehe.

Da gibt es eine anonyme Anfrage an die Vorstände des LV, BzV und KV, die viele Vermutungen, Behauptungen und Forderungen enthält und eine Aufklärung mit Namen fordert.

Da gibt es einen Rechnungsprüfer, der  noch bevor er das Ergebnis seiner Prüfung der Mitgliederversammlung vorstellte, im intensiven Gespräch mit den Pressevertretern war. Der Prüfer lobt, dass er als Nicht-Mitglied prüfen darf, spricht dann von schlampiger Buchführung und zwei falsch ausgestellten Rechnungen. Der Presse gegenüber erwähnt er dann genau einen Namen. Nicht den der bisherigen Schatzmeister oder voriger Kassenprüfer, die diese Rechnungen schon hätten beanstanden müssen, sondern nur meinen Namen.

Ich habe nicht die Absicht bei irgendeinem komischen Spiel mitzumachen. Zu meinem Fehler habe ich mich hiermit ausführlich geäußert. An meiner Kandidatur ändert das nichts, der Landesparteitag hat am 3. März die Wahl.

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 15:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter nachdenkliches, mit dem Kurzlink
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2 Reaktionen zu “…ich mache Fehler…”

  1. ohne_Namensnennung sagt:

    Den Kommentar habe ich freigegeben, obwohl kein Name angegeben war. Allerdings habe ich den Kommentar auf den relevanten Teil, der mit “Meine Sicht” überschrieben ist, gekürzt.

    Meine Sicht

    Natürlich kann man Rechnungsprüfungen und jede Arbeit auf Kreisebene als Witz, Shit oder unbedeutend betrachten. Doch entweder man macht sie, oder man lässt es bleiben. Sie abzuwerten empfinde ich als falsch und abwertend.

    Die Politik ist durchsetzt von diversen Interessen. Ich sehe keinen Grund nicht kritisch und skeptisch zu sein und sehe auch keinen Grund Weshalb eine Rechnungsprüfung die auf Fehler stößt nicht konstruktiv sein soll, nur weil es vorangegangene versäumt haben. Und ich frage mich ernsthaft wie dies möglich war.

    Die berechtigte Kritik einer Rechnungsprüfung absichtlich auf eine Ebene mit nicht zu akzeptierenden anonymen Emails zu stellen ist mehr als fraglich.

  2. Ute sagt:

    Es weiter zu diskutieren halte ich hier nicht für sinnvoll, deshalb nur nochmal was ich schrieb und was beim Kommentierenden daraus ankam:
    Ich schrieb:

    Da gibt es einen Rechnungsprüfer, der noch bevor er das Ergebnis seiner Prüfung der Mitgliederversammlung vorstellte, im intensiven Gespräch mit den Pressevertretern war. Der Prüfer lobt, dass er als Nicht-Mitglied prüfen darf, spricht dann von schlampiger Buchführung und zwei falsch ausgestellten Rechnungen. Der Presse gegenüber erwähnt er dann genau einen Namen. Nicht den der bisherigen Schatzmeister oder voriger Kassenprüfer, die diese Rechnungen schon hätten beanstanden müssen, sondern nur meinen Namen.


    Der Kommentator schrieb:

    Die berechtigte Kritik einer Rechnungsprüfung absichtlich auf eine Ebene mit nicht zu akzeptierenden anonymen Emails zu stellen ist mehr als fraglich.

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