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Zahlen zu sexuellem Kindesmissbrauch und zur Kinderpornographie

30. April 2009 Ute

Grundlage der folgenden Diagramme ist der Artikel Kern der Debatte von Christian dem Vorstand von MOGIS (Missbrauchsopfer gegen Internetsperren)

  • Diagramm Kindesmissbrauch Kinderpornographie Fälle
  • Diagramm Täter nach Geschlecht und Alter
  • Diagramm Täter nach verwandt, bekannt…

Zu den Diagrammen und ihren Werten

Ich habe die Werte aus den von Christian gesammelten Tabellen teils vereinfacht oder Minimalwerte weggelassen. Ansonsten lassen sich die Diagramme kaum erkennen. Alle Diagramme sind verlinkt auf ihre größere Version, für diejenigen, die genauer schauen wollen. Wie Christian in seinem Artikel erklärt, bezieht sich die Ordnungsnummer 1310 auf die Paragraphen zu Missbrauch, die 1316 gibt an, wenn es um Kinderpornographie ging.

  • Kindesmissbrauch Kinderpornographie Fälle
    • die linke Seite zeigt die Zahlen für sexuellen Missbrauch die winzigen Säulen rechts kommen von den Werten für Kinderpornographie
    • die grünen Balken zeigen die Werte für alle
    • die blauen Balken beziehen sich auf männliche Kinder und Jugendliche
    • die rot-rosafarbenen Balken verdeutlichen die Zahlen für weibliche Kinder und Jugendliche
    • die Säulen verdeutlichen, dass Kinderpornographie ein sehr sehr kleiner Anteil ist im Vergleich zu den Missbrauchszahlen
    • fast keine polizeilich geführten Fälle gibt es für Jugendliche
  • Täter nach Geschlecht und Alter
    • die linke Seite zeigt die Werte für männliche Täter, die rechte, die für weibliche
    • der linke blaue Balken gibt den Wert für alle an, der dunkelrote steht für Täter über 21
  • Täter nach verwandt, bekannt…
    • der eher blaue Balken zeigt wieder alle
    • der rote die Täter, die mit dem Opfer verwandt sind
    • der grüne die Bekannten
    • und der dunkelgraue ist “der böse schwarze Mann” den die Opfer nicht kannten

Christians Artikel beginnt mit einem deutlich formatierten Warnhinweis:

(Lieber Leser, der folgende Text setzt sich mit den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auseinander, solltest Du selber missbrauchsbetroffen sein, dann lies diesen Text bitte nur vorsichtig, oder auch gar nicht .. )

Ja, so geht es auch. So ist auch sonst im Netz auf fast allen Seiten zum Thema Missbrauch üblich. Es gibt nur eine, die ganz entgegen dieser Praxis permanent unaufgefordert konkrete Schilderungen nutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Zensursula hat es nicht nötig Rücksicht zu nehmen auf diejenigen, die von diesem Thema betroffen sind.

Was, wie, verstehe ich nicht?

An sich ganz einfach. Es gibt sehr hohe Zahlen zu Kindesmissbrauch. Diese Kinder werden nach und nach erwachsen. Daraus folgt es gibt viele Erwachsene die selbst eine Missbrauchsvorgeschichte haben. Einige wenige haben das Glück, dass kurz nach dem Missbrauch bereits damit begonnen wurde das entstandene Trauma aufzuarbeiten. Die große Mehrheit jedoch muss das sehr viel später angehen. Manche können sich erst Jahrzehnte später damit auseinandersetzen. In akuten Phasen der Aufarbeitung ist das Thema Missbrauch sowieso schon ständig präsent und der Alltag nur mit Mühe zu bewältigen. Niemand braucht dann noch ungefragt zusätzliche Auslöser für Rückblenden und Erinnerungen an konkrete Vorfälle.

Jede/r sollte sich selbst aussuchen können, wie intensiv und wann sie oder er sich mit Thema befassen wollen. Deshalb wird normalerweise auf Webseiten zu diesem Thema nicht sofort mit konkreten Aussagen begonnen, sondern es beginnt so, dass die Chance besteht zu verstehen worum es geht und im Zweifel aufzuhören zu lesen. Schwieriger ist das in allen anderen Medien, weder Nachrichten, noch Fernsehen oder Zeitung kündigen erst an, worum es dann inhaltlich geht. In Krisenzeiten gehen die meisten erwachsenen Überlebenden den üblichen Nachrichten aus dem Weg. Falls sie Medien nutzen, dann möglichst ausgesucht, eine spezielle Sendung die harmlos erscheint, eine Zeitschrift zu einem ganz anderen Thema usw.

Die Ärztin interessiert sich nicht für Betroffene

Jemand wie Zensursula führt dazu, dass an den verschiedensten Stellen plötzlich die Gefahr besteht, dass eine weitere Krise ausgelöst wird. Beispielsweise das Radio-Interview vor kurzem. Die Sendung hieß Köpfe der Woche, es geht üblicherweise also nicht um Nachrichten zu Missbrauch. Nach kurzer Begrüßung beginnt jedoch die Dame direkt wieder mit Beispielen. Die Moderatorin fragt was das neue Gesetz jetzt enthält und wie es helfen sollen, die erste Antwort von Ursula von der Leyen:

“Ich will vielleicht vorweg sagen, weil die meisten es nicht wissen:

Wenn wir von Kinderpornographie sprechen, dann ist nicht das die Wirklichkeit was in den meisten unsere Köpfe sich sofort abspielt, nämlich nackte Kinder die posieren, sondern leider sprechen wir von Filmen und Bildern und Videos die ganz real die Vergewaltigung von kleinen Kindern, von Säuglingen zeigen, Jungen wie Mädchen, grauenhafte Bilder, die heute jederzeit im Netz in Deutschland abrufbar sind. Es ist strafbar, aber sie sind abrufbar. Deshalb ist mir wichtig gewesen (…)”

Das Vorgespräch muss wohl noch deutlicher gewesen sein, denn die Moderation fragt später noch nach: “Sie sagten, wenn ein Säugling vergewaltigt wird ist alles kaputt…”

Herzlichen Dank auch. Für manche Betroffene in der Aufarbeitungsphase ist damit nicht nur dieser Moment, nicht nur dieser Tag gelaufen. Sondern oft müssen sie sich dann mehrere Tage bis Wochen nur noch mit Krisenbewältigung befassen, da bleibt kein Raum mehr für üblichen Alltag. Wer mehr zur Aufarbeitung wissen will, selbst Überlebende/r ist oder Nahestehende/r findet auf den Seiten von innifer.de einen Einstieg, Literaturtipps und Links zu weiteren guten Seiten im Netz.

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 30. April 2009 um 00:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter nachdenkliches, mit dem Kurzlink
http://www.utele.eu/blog/?p=1574 abgelegt.

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8 Reaktionen zu “Zahlen zu sexuellem Kindesmissbrauch und zur Kinderpornographie”

  1. […] anlässlich des internationalen Tages gegen Kindesmissbrauch einen Aktionstag veranstaltet. Bei Utele sind die erschreckenden Zahlen von Kinderpornographie und Missbrauch aufgezeigt. Eingetragen: […]

  2. Georg Paul sagt:

    Hallo,
    seriöse internationale Studien nennen bis zu 80% Täterinnen und deutsche Studien bis 40%. Hauptäterinnen sind die Mütter. Dies wagt kaum jemand öffentlich anzusprechen und ist leider in D das bestgehütete Geheimnis. Es würde ja auch am Weltbild vom weiblichen Geschlecht und Mutter kräftug rütteln. Die feministische Frauenbewegung sieht natürlich die Männer als das naturgegebene Böse. Frauen sind nur Opfer.
    Männer, hoffentlich werdet ihr bald wach und wehrt euch !!

  3. Ute sagt:

    Georg Paul: seriöse internationale Studien nennen bis zu 80% Täterinnen und deutsche Studien bis 40%.

    Soso, nun, dann gib doch mal einen Link zu einer solchen Studie. Die mir bekannten Zahlen gehen von 2% Frauen als Täterinnen aus. Ich denke schon, dass da noch eine hohe Dunkelziffer enthalten ist, aber wie du zu deinen Zahlen kommst, erschließt sich mir nicht.

    Der Rest deines Kommentars ist nichts als Polemik, da lohnt sich antworten nicht, hab den Teil mal durchgestrichen.

  4. Georg sagt:

    Gib bei Google einfach mal “Sexueller Missbrauch durch Frauen” ein. Du wirst, wenn Du es wirklich willst und Dich redlich bemühst, einiges Interessante dazu finden und (vielleicht nicht ?) überrascht sein. Aber ich glaube nicht, dass Du es wirklich willst, denn wer sich intensiv und objektiv damit befasst, der müsste wissen, dass die Realität leider anders aussieht. Ich gehe trotzdem davon aus, dass Du eh weisst. Klar, wirst Du wieder sagen: Alles nur Polemik. Kann ja auch nicht sein, weils ja nicht sein darf. Empfehlung von mir: Kannst es ja alles streichen.

  5. Ute sagt:

    Georg: Gib bei Google einfach mal “Sexueller Missbrauch durch Frauen” ein.

    Die aus meiner Sicht zuverlässigen Quellen gehen inzwischen von etwa 15% Frauen als Täterinnen aus. Mit der nochmal berücksichtigten Dunkelziffer, ist das hoch.

    Georg: u wirst, wenn Du es wirklich willst und Dich redlich bemühst, einiges Interessante dazu finden und (vielleicht nicht ?) überrascht sein.

    Ich bin nicht überrascht, ich habe mich bei diesem Artikel nicht erstmals mit diesem Thema befasst.

    Georg: Aber ich glaube nicht, dass Du es wirklich willst, denn wer sich intensiv und objektiv damit befasst, der müsste wissen, dass die Realität leider anders aussieht.

    Die Realität zeigt, was schon lange zu vermuten war, dass der Anteil an Frauen höher ist, als die 2% von denen es bekannt war.

    Allerdings sind auch 15% oder 20% noch immer weit von der Hälfte entfernt.

    Georg: Klar, wirst Du wieder sagen: Alles nur Polemik. Kann ja auch nicht sein, weils ja nicht sein darf.

    Ich habe nicht geschrieben – was nicht sein kann… – nur, du behauptest zu 80% international und zu 40% in deutschen Studien seien Frauen Täterinnen, dafür finde ich bei keiner mir bekannten seriösen Quelle einen Nachweis.

    Georg: Empfehlung von mir: Kannst es ja alles streichen.

    Gestrichen habe ich nichts, was mit diesem Thema zu tun hat, sondern nur deinen polemischen Hinweis. Ich bin nicht bereit auf der Ebene “alle Frauen sind böse” zu diskutieren.

  6. Georg sagt:

    ok. Ich sehe, dass Du diesem Thema vernünftig umgehst. Das freut mich nun doch.
    Ich möchte auch nicht weiter auf irgendwelche Studien eingehen. Lies mal bei Alexander Homes,”Von der Mutter missbraucht” oder Michelle Elliot, “Frauen als Täterinnen”, nach. Die geben auch die Quellen darin an. Das diese Autoren nicht seriös wären, wir wohl kaum jemand behaupten können. Allenfalls sind sie deshalb unbeliebt.
    Studien gibt es wohl genug, aber haupsächlich in den angelsächsischen Ländern. Die gehen mit diesem Tabu-Thema wohl schon seit einigen Jahren offener um. Aber ich denke, dass dies auch Dir bekannt ist.

  7. Ute sagt:

    Georg: ok. Ich sehe, dass Du diesem Thema vernünftig umgehst.

    Danke, gleichfalls, ich hab mich gefreut, dass wir uns jetzt sachlich unterhalten können.

    Georg: Studien gibt es wohl genug, aber haupsächlich in den angelsächsischen Ländern.

    Ich denke es braucht eben auch die Betroffenen die davon berichten, solange die überwiegend schweigen wird es bei uns weiterhin wenige Studien, Artikel und Bücher dazu geben.

    Wenn ich mir jedoch ansehe wie viel sich an Offenheit zum Thema Missbrauch insgesamt in den letzten Jahren getan hat, so denke ich, auch Betroffenen die von Frauen missbraucht wurden, werden sich irgendwann äußern.

  8. […] Zahlen zu sexuellem Kindesmissbrauch und zur Kinderpornographie […]

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