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Nein zum Konzerthaus auf Klein-Venedig in Konstanz : Quorum

4. Februar 2010 Ute

  • Blick vom Lago auf den See Konstanz

Heute Abend gab es die erste öffentliche Veranstaltung der Initiative Nein zum Klein-Venedig. Noch gibt es keine eigenen Inhalte auf www.nein-zu-klein-venedig.de, es gibt jedoch bereits einen twitter-Account und eine Facebook-Gruppe.

Ich habe ja schon einiges dazu geschrieben warum ich meine, dass ein Konzerthaus auf dem Klein-Venedig in Konstanz keine gute Idee ist. Bei der Veranstaltung im Barbarossa gab es parteien- und organisationsübergreifend viele Gegner des Konzerthauses an diesem Standort. Mehr zum Verlauf des Abends,  siehe unter kkh bei twitter und unter Konzerthaus Konstanz bei identi.ca.

Wenn es um die Gründe für die Ablehnung des Bürgerentscheids geht so herrscht bei weitem keine Einigkeit. Manche sind grundsätzlich gegen ein Konzerthaus, andere wollen es nicht gerade jetzt bei knappen Kassen, andere wollen es nur an diesem Standort nicht. Doch egal aus welchem Grund, zunächst muss der Bürgerentscheid das Quorum schaffen, sonst wird das Konzerthaus auf Klein-Venedig gebaut werden.

Quorum bzw. Mindestbeteiligung

Beim ersten Bürgerentscheid gegen das Konzerthaus war die Regel noch:

“Im Ergebnis betrug die Zahl der gültigen Nein-Stimmen nicht die erforderlichen Mindeststimmberechtigten von 30%. Es kam kein bindender Bürgerentscheid zustande. Nach §21 Abs.6 GemO hat damit der Gemeinderat die Angelegenheit zu entscheiden.”

Inzwischen sind nur noch 25% nötig, um die Entscheidung gültig zu machen. Was heißt das? 2003 half die Mehrheit der Nein-Stimmen nicht, weil statt der 21,55% eben 30% nötig gewesen wären, um die Entscheidung zu kippen. Dieses Mal wären also 4,5% weiterer Nein-Stimmen nötig, um die Entscheidung zu kippen.

Damals gab es 56.454 Stimmberechtigte, bei der Bundestagswahl 2009 waren es 57.727. 2003 wären also 16.936 Stimmen nötig gewesen, um das Konzerthaus zu kippen (30% aller Stimmberechtigten) am 21. März 2010 werden etwa Stimmen 14.432 (25% aller Stimmberechtigten) gebraucht, um zu verhindern, dass das Konzerthaus in der jetzt beschlossenen Form auf Klein-Venedig gebaut wird.

An Zufall mag ich nicht glauben, wenn klar wird, dass am 21.3. noch Semesterferien an der Uni sind, wieviele Studierende mit Wohnsitz in Konstanz wohl gegen das Konzerthaus gestimmt hätten?

Egal wie unterm Strich müssen jedenfalls mindestens 15.000 wahlberechtigte Einwohner mit Wohnsitz Konstanz gegen das Konzerthaus stimmen, um die Entscheidung noch zu ändern.

Lohnt es sich am 21. März zum Bürgerentscheid ins Wahllokal zu gehen?

Wer uneingeschränkt für das Konzerthaus mit genau diesem Entwurf am Standort Klein-Venedig ist, der/die kann sich den Weg zum Wahllokal eventuell sparen, denn wenn nicht genügend Bürger abstimmen, dann wird ja gebaut.

Wer jedoch aus – welchem Grund auch immer – dieses Konzerthaus auf Klein-Venedig jetzt nicht möchte, der/die sollte auf jeden Fall am 21. März ins Wahllokal gehen, nur wenn mindestens 14.432 Nein-Stimmen zusammenkommen, kann das Konzerthaus an diesem Standort noch verhindert werden.

Da auch ein Bürgerentscheid eine Wahl ist, kann keine der beiden Seiten vorher sicher sein, dass es wunschgemäß läuft.

Ganz sicher ist nur: Jede Stimme zählt. Selten hat die einzelne Stimme mehr Einfluss, als im Falle eines solchen Bürgerentscheids.

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Was haben Fasnet und Karneval miteinander zu tun?

4. Februar 2010 Ute

  • Konstanzer Fasnet InnenstadtEichhörnchen auf der konstanzer Fasnet
  • Konstanzer Fasnet Tux und TuxLinuxpinguine Tux unterwegs zur Fasnet

Nichts. Naja, fast nichts, die schwäbisch-alemannische Fasnet kommt eher vom einfacheren Volk und wird auf der Straße gefeiert. Der Karneval wurde von den Bürgern und Höhergestellten erfunden und ist ein Kostümfest im Saal.

Bei unserer Fasnet geht es vor allem darum draußen unterwegs zu sein und den Winter zu vertreiben, dementsprechend sind die Kostüme auch so angepasst, dass sie dazu passen und nicht für Innenräume optimiert sind. In manchen Vereinen gibt es noch vereinfachte Formen des Kostüms, beispielsweise ein Pulli mit Vereinslogo, der drunter getragen wird, so dass auch in Innenräumen noch ein Teil des Kostüms erkennbar ist.

Die Veranstaltungen bei uns sind passend zur Tradition sich draußen aufzuhalten ebenfalls verstärkt auf der Straße. Es gibt schon den ein oder anderen bunten Abend zuvor, der denen des Karnevals gleicht, die Hauptveranstaltungen, die es jedoch seit vielen Jahrzehnten gibt, finden auf der Straße statt. In Konstanz geht das vom Butzenlauf am Mittwoch vorm Schmotzige Dunnschdig, den Hemdglonkerumzug dann, über den Umzug am Sonntag, übers Kärrelerennen für die Kinder am Montag bis hin zu den Verbrennungen am Dienstagabend vorm Aschermittwoch.

In wieweit heutzutage die Traditionen noch gepflegt werden, ist sicher bei beiden Formen ein Problem. Viele Menschen haben kein Interesse daran, sondern nutzen diese Zeit als Freibrief für schlechtes Benehmen und viel Alkohol. Das ist schade, jedoch kein Phänomen der Fastnacht oder des Karnevals, sondern auch bei anderen Veranstaltungen ist das für einige das Wichtigste. Ich meine, wenn sich diejenigen, die ernsthaftes Interesse an den traditionellen Veranstaltungen haben, davon beeindrucken lassen und den Saufenden das Feld überlassen, dann werden die Traditionen irgendwann aussterben.

Die einzige Chance das zu erhalten, was man selbst möchte ist aus meiner Sicht sich die passenden Menschen zu suchen, die Spaß daran haben, Fastnacht oder Karneval oder was auch immer so zu feiern, wie man selbst es möchte. Ich wünsche allen, die Spaß an ihren traditionellen Veranstaltungen haben, dass sie durchführen und somit das Gegengewicht zu Saufgelagen mit schlechtem Benehmen bilden. Also geht los und habt eine tolle Fasnet, einen schönen Karneval oder was auch immer für euch die dementsprechende Veranstaltung ist.

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Gegen das Konzerthaus in Konstanz auf dem Klein-Venedig

3. Februar 2010 Ute

  • Konzerthaus Konstanz Klein-Venedig

In Konstanz geht es zur Zeit zum wiederholten Mal um das Thema eines Konzerthauses. Von “braucht Konstanz ein Konzerthaus” über in welcher Form, bis hin zu “soll das Konzerthaus auf dem Klein-Venedig stehen” gibt es verschiedenste Aspekte. Aus meiner Sicht lässt sich manches Für und Wider finden, jedoch auf keinen Fall sollte das Konzerthaus wie zur Zeit gerade geplant auf dem Klein-Venedig entstehen.

Die im Bild zu sehende Karte skizziert wie wenig Freifläche es in Seenähe in Konstanz jetzt schon gibt. (Die grauen Bereiche sind überwiegend bebaut oder nicht öffentlich zugänglich, die grünen Teile zeigen Freiflächen direkt am See.) Das Konzerthaus würden einen weiteren Teil verbauen. Im Vergleich sieht man auf der anderen Seite der Grenze wie es bei den Nachbarn in Kreuzlingen aussieht.

Bürgerentscheide

Bereits am 7. Dezember 2003 gab es einen Bürgerentscheid, der sich gegen das geplante Konzerthaus auf Klein-Venedig aussprach. Schon damals habe ich dagegen gestimmt.

Schockiert musste ich feststellen, dass das nicht half, denn ein Bürgerentscheid braucht einen Anteil Mindestbeteiligung:

“Im Ergebnis betrug die Zahl der gültigen Nein-Stimmen nicht die erforderlichen Mindeststimmberechtigten von 30%. Es kam kein bindender Bürgerentscheid zustande. Nach §21 Abs.6 GemO hat damit der Gemeinderat die Angelegenheit zu entscheiden.”

Für mich ist das ein völlig unsinnige Regelung, denn warum zählt hier nicht, was bei jeder anderen Wahl zählt?

Die Stimmen der Gegner des Konzerthauses verstummten jedoch in den vergangenen Jahren nicht. Wohl deshalb soll mit einem erneuten Bürgerentscheid am 21. März 2010 diesselbe Frage erneut gestellt werden:

“Sind Sie für den Bau des Konzert- und Kongresshauses auf Klein-Venedig?”

Die Stadt Konstanz wirbt mit allen Mitteln

Angeblich wird sich der Verkehr durch das Konzerthaus reduzieren, denn durch eine Umstrukturierung des Umfelds käme es zu einer Entlastung. Insgesamt sollen 750 weitere Parkplätze hinzukommen, die einen zusätzlichen Verkehr von 2600 Fahrzeugen täglich mit sich brächten. Der Verkehr in der östlichen Bodanstraße soll um rund 2.900Fahrzeuge und am Bahnhofsplatz um rund 4.500 Fahrzeuge täglich reduziert werden. Nun, unterm Strich bleiben aus meiner Sicht deutlich mehr Fahrzeuge in der sowieso schon überlasteten Innenstadt, selbst wenn – wie geplant – eine direkte Zufahrt aus Kreuzlingen ermöglicht werden soll, kann das die Lage nicht verbessern.

Die Stadt Konstanz gibt bis zur Entscheidung einen Newsletter heraus, die ersten beiden Ausgaben enthielten jedoch keine relevante Information, die nicht an anderer Stelle der städtischen Website bereits zu finden wäre. Allerdings fällt bei genauerem Hinsehen auf, dass auch hier mit allen Mitteln Vorzüge dargestellt werden und Vergleiche angestellt werden, die zu Rückschlüssen verführen, die hier so nicht zutreffen. Beispielsweise wird als leuchtendes Beispiel Reutlingen hervorgehoben, jedoch dort fiel kein Bürgerentscheid gegen die Planung aus und die Vergaben gingen wohl an regionale Unternehmen. In Konstanz dagegen wurden alle Bewerbungsgemeinschaften geheim gehalten, ob die aktuelle Bietergemeinschaft aus regionalen Anbietern besteht, ist damit also nicht klar.

Die Stadt wirbt mit allen Mitteln für das Konzerthaus selbst und für diesen Standort, die Lage am Klein-Venedig sei eben die schönste und für das Gelände gäbe es keine bessere Lösung. Das aus aufgeschüttetem Müll entstandene Gelände müsse dann auch nicht mehr so stark abgepumpt werden, um zu verhindern, dass verunreinigtes Wasser in den See fließt. Die Anbindung an die Innenstadt sei für die Bereiche als Kongresszentrum notwendig. Alternative Orte hätten keine so gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und als Werbung für ein Kongresszentrum wäre das unabdingbar.

Klar, den Hauptbahnhof zu versetzen ist ein bisschen schwierig, aber eine städtische Buslinie könnte durchaus auch an anderen Stellen so angepasst werden, dass das Gelände einfach zu erreichen wäre. Am Seerhein gibt es das Great-Lakes-Gelände welches den Vorteil eines Autobahnanschlusses brächte, es habe jedoch keinen Seebezug. Nun es liegt direkt am Seerhein und der See ist noch immer in Sichtweite…

Auf der Seite über die Geschichte des Konzerthauses werden die Zahlen der grundsätzlichen Zustimmung zu einem Konzert- und Kongresshaus hervorgehoben, die abgelehnte Entscheidung für den Standort Klein-Venedig wird jedoch verschwiegen. Der Gemeinderat ist seit vielen Jahren mit klarer Mehrheit für das Konzerthaus an diesem Standort.

Bei Zahlen und Fakten wird berechnet, dass das Konzert- und Kongresshaus die Stadt 48 Millionen kosten würde. Die Parkplätze und das Kongresshotel würde ein privater Investor zahlen, alle Berechnungen seien sicher, da ein Festpreis ausgemacht würde. Es müsse nicht mit höheren Kosten gerechnet werden.

Wirtschaftlich würde sich das Projekt auf jeden Fall rechnen, weil weitere Einnahmen durch zusätzlichen Tourismus zu erwarten seien, denn es würden dann 18 Millionen mehr von Touristen ausgegeben werden, was auch der Stadt zugute käme.

Unter den Fragen und Antworten schreibt die Stadt Konstanz, dass Schulen ja bereits gefördert würden, es gäbe also keinen Grund die 48 Millionen nicht ins Konzerthaus zu investieren. Wenn die Schulen so toll gefördert wurden und werden, dann frage ich mich schon, warum vor nahezu jeder Schule zusäztliche Container-Schulräume stehen.

Das Klein-Venedig sei ja sowieso nur eine Müllkippe, es störe also auch nicht, wenn es damit auch hier keine Freifläche mehr gäbe. Konstanz hat angrenzend an den See, den Stadtgarten als kleine öffentliche Fläche und ansonsten gibt es erst nach einigen Kilometern kurz vorm Hörnle wieder angrenzende öffentliche Grünflächen. Die Promenade hat insgesamt kaum Freiflächen, um sich aufzuhalten, sondern besteht überwiegend nur aus den direkten Spazierwegen. Trotzdem wäre das Klein-Venedig nicht nötig, sondern könnte prima auch noch zugebaut werden, siehe auch Luftaufnahme auf dieser Seite.

Die Sperrzeitverordnung der Stadt Konstanz besagt seit Jahren, dass in der Innenstadt um 23 Uhr Schluss ist in allen Gartenlokalen oder wie auch immer gearteten Außenbereichen. Ich stelle mir ein Konzert an einem lauen Sommerabend vor, welches die Besucher anschließend noch im Gartenbereich ausklingen lassen wollen, was jedoch bis maximal um 23 Uhr möglich ist, egal ob Wochenende oder nicht.

Laut Südkurier vom 7.12.2009 ist ein Umfrageergebnis, dass die Bewohner nicht mehr so überzeugt von der Notwendigkeit des Konzerthauses sind, wie im Vorjahr, die Zustimmung ging von 51% auf 40% zurück. Das hindert den Südkurier jedoch nicht daran in der gesamten weiteren Berichterstattung doch sehr stark auf Befürworterseite des Projekts zu stehen. Die jeweils aktuellen Berichte zum Konzerthaus gibt es unter dem Suchbegriff Konzerthaus.
Sehr ausgeglichen erscheinen mir die ersten Berichte auf see-online.info kritischere Kommentare zum Konzerthaus finden sich im Moment vor allem auf seemoz.eu:

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Petition : Stop Softwarepatente

17. Januar 2010 Ute

Softwarepatente mag ich nicht und halte sie auch für kontraproduktiv, deshalb unterschrieb ich bereits 2005 die damalige Petition gegen Softwarepatente in der EU. Der ein oder andere Versuch Softwarepatente einzuführen wurde vereitelt, jedoch wird es immer wieder versucht.

stopsoftwarepatents.eu petition banner
Aktuell gibt es daher eine weitere Petition die gegen Softwarepatente vorgeht. Umfangreiche Informationen zum Thema bietet die  – auch deutschsprachige Seite -  nosoftwarepatents.com

Was spricht gegen Softwarepatente?

  • Die einen wollen ihre Optik patentieren lassen, wie z.B. Google möchte seine Suchbox patentieren lassen.
  • Andererseits ist die Struktur und der Aufbau von Patenten in diesem Bereich so kompliziert, dass es in den USA zwei Unternehmen gab, die ein gültiges Patent für ein und dieselbe Technologie besaßen. IBM und das andere Unternehmen hatten das Patent für die in GIF-Grafiken verwendete LZW-Kompression. Selbst das Patentamt verlor also die Übersicht.
  • Ein anderes Beispiel ist eine Klage aus 2008 in den USA gegen Apple, Microsoft und Google, weil sie die Vorschau eines Bildes in einer verkleinerten Miniaturansicht nutzten.
  • Im Bild ist ein Beispiel wieviele Patente durch jeden heute genutzten Webshop verletzt werden. Amazon hat beispielsweise das Patent auf den Einkauf mit nur einem Klick.
  • Das Patent für den Fortschrittsbalken, der überall in Programmen genutzt wird ebenso wie viele weitere Beispiele gibts bei patinfo.ffii.org aufgeführt.

Im Web wäre nur noch sehr wenig möglich, was derzeit als Quasistandard genutzt wird, wenn tatsächliche alle Patente durchgesetzt würden.

Der Webshop im Bild zeigt überdeutlich was alles nicht mehr sein dürfte, wenn alle Softwarepatente berücksichtigt würden.

Je weiter ausgebaut solche Patente werden, desto weniger benutzerfreundlich könnten Webseiten und Programme aller Art sein, denn um patentierte Elemente trotzdem zu nutzen, müsste 20 Jahre lang zumindest bezahlt werden. Wobei wer das Patent hat jederzeit entscheiden kann, ob jemand anderes das Patent überhaupt nutzen darf. Unterm Strich würden viele daher andere Formen und Elemente nutzen, insbesondere für Laien wäre das eine Katastrophe, da sie sich auf jeder Webseite, in jedem Shop, in jedem Programm neu zurechtfinden müssten.

Es gibt ein Urheberrecht und ein Recht auf die Verwendung, jedoch würden gerade Patente es eher verhindern, dass die eigentlichen Urheber geschützt wären. Denn es ist teuer ein Patent zu bekommen. Wer – wie ich glaubt – dass es falsch ist Software zu patentieren, sollte die Petition unterzeichnen: Petition die gegen Softwarepatente

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…Blogwichtel lockte mit falscher Fährte

16. Januar 2010 Ute

Ich spiele ja eher ungern, und sehr selten. Meine jährliche Blogwichtelsuche ist zwar auch eine Art Spiel, aber eins was ich mag. Bis vor einigen Tagen hatte ich einfach keine Gelegenheit nochmal intensiver auf die Suche zu gehen, wer der Blogwichtel denn sein könnte. Doch ich vergesse sowas ja nicht. ;) Bei der ersten Gelegenheit versuchte ich es daher nochmals.

Schamlos klaute ich bei Frau Bhuti die Liste der Wichtelbeiträge und kopierte sie in einen Artikelentwurf. Nächster Schritt war den Entwurf und  alle Beiträge in einem Browserfenster zu öffnen, anschließend fing ich an nach und nach zu streichen. Ich schloss also nach und nach die verschiedenen Blogautoren aus:

  • zuerst die schon genannten Blogs in der bisherigen Suche
  • danach die Damen, denn genau das war es ja wohl nicht, der Wichtel hatte ja zugegeben mich auf die falsche Fährte gelockt zu haben
  • es folgten die Autoren, die bei der ein oder anderen Auflösung schon zugeordnet waren
  • ein paar Autoren schloss ich einfach nach Gefühl aus, weil es für mich einfach nicht passte

Was blieb waren nicht mehr so viele Autoren. Die Wichtelperson hatte geschrieben, dass sie (noch) nicht twittert, deshalb ging es nun an:

  • die Twitternden – soweit das den Blogs entnehmbar war – oder weil ich es einfach wusste schloss ich wieder aus und strich nach und nach

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass damit tatsächlich nur noch ein Blog übrig blieb. Nachdem ich dieses Mal ja einige Fehlversuche hatte, war ich nicht ganz sicher, ob womöglich bei meinem Ausschluss nach Gefühl noch jemand zuviel gestrichen wurde. Deshalb fragte ich per Kommentar nach  und

juhu, trärä, es stimmte, der Wichtel war enttarnt! :)

Hyde and Seek
Curi0usities
Text & Blog
Corvus Corax heidelbergensis
dhaunsch
Blind-PR
Rückspiegel
ring2
Spontives
e13.de
Graz-Splitter
rob-log.de
Memoires
angedacht
zuhören – miteinander reden
Fischblog
My Stash and I
Your Friendly Neighborhood Lorelei
holy fruit salad!
ubuntublog.ch
MacMacken
Das gemeine Wesen
Murmeltiertag
Not quite like Beethoven
Loveletters
Danilolablog
Wir müssen nicht gut finden …
Kundenkunde
Wissenswerkstatt
überschaubare Relevanz
Blinde Kuh & Blindes Huhn
1+1=1
Die Webarchitektin
Ich hatte also zum dritten Mal dreifaches Glück gehabt:

  • ich habe einen prima Wichtelbeitrag bekommen
  • ich habe wieder selbst meinen Blogwichtel enttarnt
  • ich habe ein lesenswertes Blog gefunden: Not quite like Beethoven

Somit bin ich völlig zufrieden und ihr besucht jetzt bitte mal das Blog meines Blogwichtels, der schreibt spannende Beiträge, er selbst beschreibt sich so:

Not quite like Beethoven ist wie Beethoven – nämlich ertaubt und öfters am daran verzweifeln.
Warum Nicht ganz wie Beethoven, kannst Du im ersten Post nachlesen.
Ein Blog über Unhörbares, Unerhörtes und Nicht-Gehörtes.”

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Ich wünsche dir Zeit

8. Januar 2010 Ute

Das folgende Gedicht gehört zu meinen absoluten Favoriten und kommt – wie schon der Titel sagt – von einem anonymen Dichter Elli Michler. Dirks Gedanken zum “Zeit haben und Zeit nehmen” erinnerten mich mal wieder dran. Ich wünsche euch Zeit:

Ich wünsche dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler

Das Gedicht auf der Seite der Autorin:

Ich wünsche dir Zeit

elli-michler.childrentooth.de

Aus: Dir zugedacht. Wunschgedichte
© Don Bosco Verlag, 19. Aufl., München, 2004
Mit freundlicher Genehmigung des Don Bosco Verlags, München

Nachtrag 8. Januar zwölf Uhr

Ich hatte irgendwann auch mal in Suchmaschinen gesucht und keine Quelle gefunden. Als ich jedoch gestern beschloss das Gedicht zu veröffentlichen, hatte ich nicht nochmal gesucht, deshalb schrieb ich:

Gedanken eines anonymen Dichters

Heute bekam ich eine Mail mit der nachträglichen Genehmigung zur Veröffentlichung, falls ich die Quellenangaben hinzufüge, was ich gern getan habe.

Sehr erfreulich und beeindruckend war die Kontaktaufnahme der Tochter der Autorin – die im Gegensatz zu vielen anderen (Abmahnungen) – nicht mit Anwalt und Kosten drohte, sondern mich aufklärte und mir die nachträgliche Genehmigung erteilte. Vielen Dank dafür an Barbara Michler.

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