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Wen-Do Selbstverteidigung für Frauen

14. April 2009 Ute

  • Ute in Skaterklamotten utele.euUte im Skaterlook an Fastnacht

Vor vielen Jahren sah ich erstmals bei einer Veranstaltung einen Auftritt der Trainingsgruppe Wen-Do in Konstanz. Ich bin nicht gerade sportlich und noch weniger finde ich sowas wie Aerobic oder Jazzdance passend für mich, das hat sowas von Elefant im Porzellanladen. Ich fühle mich zwischen vielen zarten Frauen, die sich anmutig bewegen nicht sonderlich wohl. Nein, ich sehe nicht immer so aus, wie auf dem Bild, das stammt noch von Fastnacht, aber nach zierlichem, anmutigen Wesen, sehe ich auch sonst eher nicht aus… 😉
Dagegen war die Trainingsgruppe der Wen-Do-Frauen schon optisch und von der Kleidung her deutlich eher mein Stil. Auch den inhaltlichen Hintergrund fand ich gut und wichtig.

Zum nächsten Workshopwochenende Wen-Do meldete ich mich an. Beeindruckend war bereits dieser erste Wochenend-Workshop, bei dem es jede Frau schaffte, ein Holzbrett durchzuschlagen. Jeder einzelnen gelang es auch, fünf auf ihr liegende Frauen von ihr wieder runterzukippen, einfach mit der richtigen Technik.
Zu Wen-Do gehören Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten, es geht jedoch nicht um das Erreichen bestimmter Stufen, sondern nur um die eigene Verteidigung. Teile eines Trainings sind daher auch das Ändern von Verhaltensweisen, sich zu überlegen, wann sich welche Form der Gegenwehr lohnt.

Beim Wen-Do geht es nicht um einen fairen Kampf nach Regeln eines Kampfsports, es geht nur darum zu üben, welche Technik, in welcher Situation zur Verteidigung eingesetzt werden kann. Mit besonderem Augenmerk auf die Schwachstellen eines Angreifers. Immer wieder ging es jedoch auch um, “ja aber was ist, wenn…?” Ja, es lässt sich mit keiner Selbstverteidigung ausschließen, dass es nicht doch zu Situationen kommen kann, in denen es nichts mehr nützt. Wenn ein Typ eine Waffe hat, wenn es mehrere sind, wenn…

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, egal wie trainiert und technisch versiert eine ist. Für mich war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich aus den Übungen wusste, dass meine Faust gut ist und dass sie problemlos für ein gebrochenes Nasenbein reicht. Ich wusste, ich könnte jeden Typ von mir runter bekommen, selbst wenn ich auf dem Rücken läge. Ich hatte für viele Situationen trainiert, ich kannte Lösungswege für eine Vielzahl an Varianten.

Irgendwann hörte ich mit dem Training auf, weil mir anderes wichtiger war und weil ich mich nach einigen Jahren auch nicht mehr jede Woche mit den Überlegungen – was kann ich bei welchem Angriff tun – auseinandersetzen wollte. Meiner Meinung nach ist es jedoch eine geniale Möglichkeit etwas gegen die landläufige Meinung zu tun, dass eine Frau gegen einen Mann körperlich nie eine Chance hat, weil sie kleiner und leichter ist. Denn genau das stimmt nicht. Auch wenn eine Frau beim Armdrücken fast immer verlieren würde, so kann sie mit entsprechender Technik doch in den meisten Situationen eine Auseinandersetzung gewinnen.

Ich würde zumindest solch einen Wochenendworkshop allen Frauen und Mädchen empfehlen, die glauben, dass sie einem Mann körperlich immer unterlegen seien. Hier in der Nähe bieten sich zur Zeit die Kursangebote in der Schweiz an. Bei uns in Konstanz kann man auch die Frauenbeauftragte der Stadt nach solchen Angeboten fragen, die weiß meist, was aktuell stattfindet. Ich nehme an, das klappt in anderen Städten ebenfalls.

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 14. April 2009 um 00:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter einfach so, mit dem Kurzlink
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